Tourist riskiert sein Leben für ein Selfie mit Gletscherlagune

Island. Wieder einmal ist das unvorsichtige Verhalten eines Touristen in der Diskussion: Der Mann war auf Eisschollen auf die Gletscherlagune Jökulsárlón hinausgegangen und hatte sich selbst fotografiert. Es gelang ihm allerdings, heil wieder ans Ufer zu kommen. Darüber berichtete RÚV.

Jökulsárlón

Jökulsárlón mit Selfie-Tourist auf dem Eis. Foto: Screenshot Video Páll Jónsson/ RÚV.

Ein Betreten des Eises in der Lagune ist ausdrücklich verboten. Dieser Mann  war trotzdem hinaus gegangen, unter den Augen diverser Zuschauer. Darunter war zufällig auch der isländische Guide Páll Jónsson, der schließlich zu filmen begann (Video siehe RÚV). „Er war ziehmlich weit hinausgekommen und machte Bilder von sich selbst mit einem Selfiestick. Es war schrecklich zu sehen, wie schnell das Eis sich bewegte“, zitiert RÚV den Guide. „Wäre er hineingefallen, wäre er zwischen den Schollen zerquetscht worden und nicht wieder hochgekommen. Ein Rettungsversuch wäre aussichtslos gewesen.“

Während das Publikum dem vermeintlichen Helden anschließend applaudierte, wies Páll Jónsson ihn laut RÚV auf die Gefahr hin. Der Mann habe geantwortet, er sei Kanadier und Experte für Eisberge.  Er sei solche Verhältnisse aus den USA gewöhnt. Für den Isländer kein Argument, denn er sei auch nur ein Mensch: „Wäre er hineingefallen, wäre das Ergebnis das Gleiche gewesen.“

Gletschersee Jökulsárlón war schon Filmkulisse

Der Gletschersee Jökulsárlón ist in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen, weil der Breiðamerkurjökull (Gletscher) schmilzt. Von dort stammen die bis zu 15 Meter hohen Eisberge im Wasser. Mit 248 Meters Tiefe ist es inzwischen Islands tiefster See. Seit Juli 2017 ist er Teil des Nationalparks Vatnajökull. Er diente auch schon als dekorative Kulisse für Filme, unter anderem für zwei James-Bond-Folgen und für Batman Begins.

Trotz der Verbotsschilder gibt es immer wieder Touristen, denen Ansehen oder die im Sommer angebotenen Bootstouren nicht reichen. Vergangenen November hatte die Polizei eine Hochzeitsgesellschaft mit Rufen vom Eis geholt.. In der Nachbarlagune (Fjallsárlon) waren einmal vier Leute abgetrieben, die versucht hatten, mit Tisch und Stühlen auf einer Eisscholle zu picknicken. Sie mussten auf ein Boot warten.

Dieses Youtube-Video zeigt, warum es keine gute Idee ist, das Eis von Jökulsárlón zu betreten:

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