Nordische Filmtage: Das komplette Programm ist online

Lübeck. Das Programm der Nordischen Filmtage ist nun online: 160 verschiedene Filme sind vom 4. bis 8. November in den Lübecker Kinosälen zu sehen und können erstmals auch gestreamt werden. Vom hochpolitischen Diplomatie-Drama bis zur den Abgründen, in die Menschen sich gemeinsam in ihrer Freizeit stürzen, von Beziehungsproblemen bis zur  Forstindustrie reicht die Themenvielfalt der Spielfilme. Aber auch die Dokumentarfilme bieten ein weites Spektrum.

Die Protagonisten aus „Kampf um Grönland“. Foto Copenhagen Film Company ApS

Der Vorverkauf für die Kinokarten beginnt am 1. November um 13 Uhr im Cinestar Filmpalast Stadthalle in Lübeck, Mühlenbrücke 11 und gleichzeitig online. Die 135 Filme, die auch im Internet angesehen werden können, sind in der Programmübersicht gesondert markiert. Für das Streaming arbeitet das Festival mit Culturebase zusammen. Dort muss man sich zunächst ein Benutzerkonto einrichten. Der Verkauf der Tickets für das Streaming läuft über die spezielle Streaming-Seite. Die Filme sind dann parallel zu ihrer Kinopremiere für 24 Stunden abrufbar. Dieses digitale Angebot ist nur in Deutschland nutzbar.

Wie immer gibt es ein sehr breites Programm mit aktuellen Spielfilmen aus den nordischen und den baltischen Ländern sowie auch einigen deutschen Produktionen. Außerdem eine Retrospektive mit dem Thema Fischerei, Kurzfilme, Dokumentarfilme sowie Kinder und Jugendfilme. Viele Filme sind in Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln.

Starke Dokumentarfilme

Das Festival ist auch die Möglichkeit, Filme zu sehen, die es vermutlich nie in deutsche Kinos schaffen, aber wichtige Fragestellungen aufgreifen. Zum Beispiel „Der Kampf um Grönland„. Hier folgt der dänische Dokumentarfilmer Kenneth Sorento vier jungen Grönländern, die unterschiedliche Vorstellungen davon haben, welcher Weg ihr Land in die Zukunft führt. Direkt aus Grönland kommt ein Kurzfilm über die größte Tragödie der grönländischen Seefahrtsgeschichte, dem Untergang der MS Hedtoft nach der Kollision mit einem Eisberg 1959. Grönland spielt auch eine Rolle in „Unser Mann in Amerika“. Hier beginnt der dänische Botschafter in den USA, eigenmächtig zu handeln, nachdem Dänemark von Nazi-Deutschland besetzt wird. Die Handlung orientiert sich an den historischen Tatsachen, Henrik Kauffmann gab es wirklich.

Reiches Land Film

Szene aus „Reiches Land“ von Ásdís Thoroddsen, Foto Gjóla Films

Das reichhaltige Dokumentarfilmprogramm bietet außerdem Einblicke in die traditionelle isländische Küche („Reiches Land – Tradition und Geschichte des Essens in Island„), in das Schaffen des isländischen Botanikmalers Eggert Pétursson („Wie ein Gemälde von Eggert Pétursson“) und des finnischen Architekten und Stadtplaners Alvar Aalto („Aalto„) sowie in den Alltag eines Schweins, das nicht in einem engen Käfig leben muss („Gunda„). In „A Song called Hate“ folgt ein Kamerateam der isländischen Band Hatari zum Eurovision Song Contest nach Tel Aviv und zeigt, was abseits der Bühne passierte.

Entlarvende Fiktion

Der längste Tag Film

Szene aus „Der längste Tag“ von Jonas Selberg Augustsén. Foto Heikki-Faerm

Auch die Fiktion verrät oft viel über die Realität. Wie sich finnische Mittdreißiger benehmen, wenn sie auf einer Schäreninsel ohne Handyempfang sind, zeigt beispielsweise „Gesellschaftsspiele“ der Regisseurin Jenni Toivoniemi. Eine andere Variante der Freizeitgestaltung ist der Männertrip von sechs Isländern, „Der letzte Angelausflug„, der natürlich nicht so läuft wie geplant. „Der längste Tag“ ist ein Episodenfilm über den Mittsommertag nördlich des Polarkreises  – in Schweden, aber auf Finnisch, das in der Region traditionell viel gesprochen wird. In „Der Waldriese“ steht ein Mann zwischen den Interessen seines finnischen Heimatdorfes und dem eines internationalen  Holzkonzern.

Früherer Artikel zum Thema:

Nordische Filmtage 2020: Filme im Kino und im Internet

Trailer zu „Wie ein Gemälde von Eggert Pétursson“ von Gunnlaugur Þór Pálsson:

 

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