Königskrabbe in zehn Jahren auf Spitzbergen?

Norwegen. Die Königskrabbe marschiert auf ihren langen Beinen weiter nach Westen. Einst vor Murmansk ausgesetzt, hat sie inzwischen die Region bis Tromsø besiedelt. Die Krabbe ist Fluch und Segen zugleich: Sie ruiniert Fischernetze und das Bodenleben, ist aber auch eine lukrative Exportware. Und in zehn Jahren könnte sie auch auf Spitzbergen sein, glauben norwegische Forscher.

Königskrabbe

Königskrabben-Safari in Kirkenes, in Winterpause.

In der Ost-Finnmark wird die Krabbe mittlerweise nach festgelegten Quoten gefangen. Diese werden aber nur Fischern aus der Ost-Finnmark zugeteilt – als Ausgleich dafür, dass die Krabbe ihr normales Geschäft schädigt. Die Grenze verläuft auf 26 Grad Ost, das entspricht ungefähr dem Nordkap. Westlich davon soll sie sich nicht weiter ausbreiten und darf unbegrenzt gefangen werden. Bisher hat sie das nicht aufgehalten, auch wenn sie dort noch nicht so zahlreich ist. Die Jagd auf Königskrabben wird auch für Touristen angeboten.

Forscher des norwegischen Meeresforschungsinstitutes rechnen damit, dass die Krabbe noch weiter die norwegische Küste entlang marschieren wird. Die natürliche Grenze läge vermutlich bei 65 Grad Nord, also nicht ganz bis Trondheim. Südlich davon werde es ihr zu warm, nur einzelne Exemplare würden weiter gehen.

Mit dem Strom von Senja nach Norden

Die Ausbreitung nach Osten geschah also auf dem Meeresboden. Die Larven der Krabbe schwimmen jedoch in der oberen Wasserschicht und treiben mit dem Strom. Bisher hat sie das lediglich zurück nach Osten gebracht, die Küste der russischen Kolahalbinsel und das Seegebiet davor ist ebenfalls besiedelt.  Vor Senja geht aber auch ein Strom nordwärts Richtung Bäreninsel und Spitzbergen. Ist die Krabbe erst einmal auf Senja, könnte die Larven so nach Norden gelangen und die Ausbreitung beschleunigen. Die Forschergruppe rechnet mit einer Ankunft auf Spitzbergen um 2030 herum. Königskrabben können auch im tiefen Wasser leben, brauchen aber flache Gebiete zum Laichen.

Verspeist wird die Krabbe, genauer gesagt das Fleisch ihrer Beine, bevorzugt in Asien und in den USA. Im Jahr 2018 wurden Königskrabben im Wert von umgerechnet 57,4 Millionen Euro exportiert.

Mehr zum Thema: Wer darf von der Königskrabbe profitieren?

Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Biologie, Meer, Norwegen, Russland, Spitzbergen, Tourismus, Wirtschaft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.