Probleme mit der Fähre: Immer Ärger auf dem Holmöleden

Holmön/Umeå (Schweden). In Seenot auf der nördlichen Ostsee: Am vergangenen Samstag fiel auf der Passagierfähre Capella, die Holmön mit dem schwedischen Festland verbindet, der Motor aus. Die vier Passagiere wurden mit dem Hubschrauber abgeborgen, das Schiff in den Hafen von Holmsund geschleppt. Es war nicht das erste Problem auf dem Holmöleden – und der Winter kommt erst noch. Darüber berichteten Sjöfartsverket und SVT.

Capella

Capella, die Fährverbindung nach Holmön. Foto aus der Winterpause Anfang 2019.

Die Fährverbindung Holmöleden zwischen Norrfjärden nördlich von Umeå und Byviken auf Holmön ist zehn Kilometer lang und dauert 45 Minuten. Sie ist offizieller Teil des schwedischen Straßennetzes, die Benutzung ist deshalb gratis. Auf Holmön und den Nachbarinseln leben insgesamt rund 50 Menschen das ganze Jahr über. Einige davon arbeiten in Umeå. Gegenüber SVT berichtete ein Holmö-Bewohner, da der Fährverkehr so unzuverlässig sei, müsse man für den Notfall eine Übernachtungsmöglichkeit in der Stadt haben.

Die Fähre sei gerade erst zur Inspektion auf der Werft gewesen, so ein Vertreter der Trafikverket-Reederei. Er räumt allerdings ein, dass es sich um ein älteres Schiff handele, mit dem es schon früher Probleme gegeben habe. Holmöleden sei aufgrund der Bedingungen dort eine der schwierigsten Fährstrecken. Als Ersatz wird nun die alte Fähre Helena Elisabeth eingesetzt. Diese hat aber geringere Kapazitäten. Im Winter dürfte dies kein Problem sein. Als die Capella im Sommer 2018 ausfiel, hatte dies deutliche Auswirkungen für die Unternehmen auf der Insel. So konnte kein Baumaterial auf die Insel geschafft werden, und Sommergäste hatten Probleme, eine Überfahrt zu buchen.

Problem Winterverkehr

Die größten Probleme für Pendler zum Festland treten normalerweise später im Jahr auf, wenn das Eis für die Fähre zu dick wird.  Dann übernimmt ein Luftkissenboot, übergangsweise auch ein Helikopter. Wenn das Eis dick genug ist, ist dann auch möglich, mit dem Schneemobil zum Festland zu fahren. Schwere Lasten werden per Schneemobil und Anhänger über das Eis transportiert. Damit sind natürlich viel geringere Kapazitäten möglich als mit der Capella. Die Bewohner von Holmön hoffen deshalb langfristig auf eine Fähre, die das ganze Jahr zuverlässig fährt, auch durch Eis.

Luftkissenboote und Eisstraßen

Die Übergangsphase ist für alle Inselbewohner in der Bottenwiek eine Herausforderung. Weiter nördlich, im Skärgården von Luleå verkehrt dann ein kleines Luftkissenboot. Ist das Eis fest genug, werden dort zu einigen Inseln Straßen für Autos eingerichtet. Auch auf die finnische Insel Hailuoto führt im Winter eine Eisstraße. Während rund um Holmön das Meer noch frei ist, wächst weiter nördlich bereits das Eis an der Küste.

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Holmön befindet sich in einem Gebiet, wo das Land sich immer noch aus dem Meer hebt. Mehr zur Landhebung und wo man sie besonders gut sieht:

Wo das Land immer noch aus dem Meer steigt

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