Island: Die ersten Papageitaucher sind schon flügge

Island. 60 Prozent der Papageitaucher weltweit nisten auf Island. Die Überwachung der Nester ergab gute und schlechte Nachrichten: Es wurden zwar weniger Bruthöhlen bezogen – aber es gab offenbar genug Futter, um den Nachwuchs groß zu ziehen. Die ersten haben die Nester schon verlassen.

Papageientaucher

Papageitaucher. Foto Jan Steffen

Die Zahl der Papageitaucher geht weltweit zurück, da die Tiere Probleme haben, Futter zu finden. 2019 war allerdings ein recht gutes Jahr für „Lundi“, wie die Isländer den Vogel nennen. Die ersten Zahlen der Untersuchungen im Juni waren deshalb enttäuschend: Ausgerechnet in den größten Kolonien, Breiðafjörður und Stórhöfði auf Heimaey waren 34% beziehungsweise 27% weniger Bruthöhlen besetzt als im Vorjahr. Die nistenden Paare hatten aber offenbar recht guten Bruterfolg, so berichtet Erpur Snær Hansen von Náttúrustofa Suðurlands jetzt gegenüber RÚV. Das Team hat die Brutstätten Ende Juli erneut besucht. Es habe in diesem Jahr offenbar reichlich Futter in der Nähe gegeben. Die ersten  sind schon flügge: Bereits 446 Jungtiere wurden von der „pysjueftirlit“ auf Heimaey gefunden – dabei suchen Kinder nach verirrten Jungvögeln („pysja“), die statt im Meer im Ort gelandet sind. Die Jungvögel werden gewogen und an aussichtsreicher Stelle wieder ausgesetzt. Verglichen mit vergangenem Jahr sind sie sogar etwa eine Woche früher dran. Im vergangenen Jahr entwickelten sich die Jungvögel auch langsamer, vermutlich aufgrund von Nahrungsmangel in der Nähe.

Wieder früher Abflug

Wie Erpur Snær Hansen berichtet, gibt es auch Anzeichen, dass sich die Altvögel von Heimaey  bald auf den Weg machen wollen. Papageitaucher leben im Winter auf dem Meer. Erst im Frühjahr kehren sie zu den Brutplätzen zurück. In den letzten 17 Jahren waren sie oft erst Mitte September gestartet.  Davor jedoch flogen sie bereits Ende August/Anfang September ab – und nun sieht es so aus, als würden sie diesen alten Rhythmus wieder aufnehmen. Ursache könnte sein, dass sich im Zuge des sich verändernden Klimasystems das Meer nicht überall gleich erwärmt – es wurden südlich von Island sogar kältere Temperaturen beobachtet, die möglicherweise in Zusammenhang mit einem schwächeren Golfstrom stehen.

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