Industriehanf wächst auch auf Island

Island. Ackerbau ist auf Island nur sehr beschränkt möglich. Doch es gibt eine Pflanze, die das Klima offenbar sehr gut verträgt und für vielfältige Zwecke genutzt werden kann: Industriehanf. Die ersten Züchter auf der Insel sind jedenfalls begeistert. Darüber berichtete RÚV.

Industriehanf

Industriehanf. Foto NickyPe, Pixabay

Industriehanf enthält weniger als 0,2 Prozent der psychoaktiven Substanz THC und ist deshalb als Rauschmittel nicht geeignet – im Gegensatz zu seinem optisch ähnlichen, auf Island aber nicht legalen Verwandten aus der Cannabis-Familie. Der Anbau von Nutzhanf wird erst seit kurzem auf Island praktiziert und musste erst rechtlich geklärt werden. In der EU ist das bereits seit 20 Jahren legal. Bereits im Januar berichtete RÚV von Landwirten vom Berufjörður in Südisland, die 2019 mit Genehmigung importierten Industriehanf angebaut und danach aus der Faser Platten hergestellt hatten. Diese experimentierten auch noch mit verschiedenen Sorten, um geeignete für Island zu finden, und verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten. Die Pioniere bekamen noch Besuch von der Polizei, die Proben nahm. Ein Landwirt aus Grímsnes, ebenfalls Südisland, säte im Juni 2020 die Sorte Fedora 17 aus ist ist damit sichtlich zufrieden, wie die Filmaufnahmen von RÙV zeigen. Ohne zusätzliche Düngung, Bewässerung oder Unkrautjäten wächst ihm die Pflanze bereits über den Kopf.  Im Boden befindet allerdings alter Kuhmist. Die ersten Interessenten für die Ernte hat er schon.

Viele Verwendungsmöglichkeiten

Die Faser des Industriehanfs wird schon seit Tausenden von Jahren verwendet, für Stoffe und Seile, als Baumaterial, für Papier und vieles mehr. Es könnte auch manche Plastikprodukte nachhaltig ersetzen. Auch die Samen, Blätter und Blüten sind verwendbar, unter anderem für Lebensmittel. Der Landwirt aus Grímsnes prognostiziert dem Hanf eine große Zukunft, auf Island und weltweit. Außerdem: „Es ist eine wirklich schöne Pflanze, Leute lieben das.“

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