Grönlandhai in der Karibik gesichtet

Grönland/Belize. Eigentlich wollte das Team aus Wissenschaftlern und Fischern Tigerhaie vor Belize markieren. Der Hai, den sie am Rand des Glover’s Reef fingen, war allerdings allen unbekannt. Doktorandin Devanshi Kasana von der Universität Florida machte Fotos von ihm, bevor sie ihn wieder ziehen ließen. Er wurde als Grönlandhai identifiziert. Damit ist dokumentiert, wie weit der arktische Hai reisen kann. Darüber berichtete unter anderem National Geographic.

Grönlandhai

Grönlandhai (Symbolbild). Foto NOAA Okeanos Explorer Program

Der Grönlandhai, auch Eishai genannt, Somniosus microcephalus, gehört zu den Haien, über die noch sehr wenig bekannt ist. Vor einigen Jahren gelang es allerdings, das Alter von (toten) Haien über Eigenschaften der Augenlinse festzustellen. Danach hatte der älteste bekannte Grönlandhai ein Alter von 392 plus/minus 120 Jahren. Es ist damit das langlebigste Wirbeltier der Welt. Der Hai ist außerdem perfekt angepasst an die Kälte und das Leben in großer Tiefe. Deshalb weiß man auch nicht viel über ihn, außer, dass er sich langsam und energiesparend bewegt und Fisch, aber auch Aas frisst. In den 1990er Jahren schwamm ein Exemplar einem unbemannten Forschungs-U-Boot vor die Linse, das eigentlich nach dem Wrack der versunkenen „Central America“ tauchte  – östlich von Savannah, Georgia, an der US-Ostküste und in 2200 Metern Tiefe. Das war sowohl tiefer als auch südlicher als das, was man bisher von der Haiart zu wissen glaubte. In großer Tiefe ist der Ozean auch im Süden kälter.

Fotobeweis, aber keine DNA-Probe

Kollegen haben das Tier auf Devanshi Kasanas Fotos als Grönlandhai identifiziert. Das wäre dann noch viel südlicher als in den 1990ern. Hundertprozentige Sicherheit hätte eine Gewebeprobe zum DNA-Abgleich bringen können. Es ist dem Team allerdings nicht gelungen, eine zu nehmen.

Glover’s Reef ist Teil des Belize Barriere Reef Systems und Naturreservat. 1996 wurde Glover’s Reef Marine Reserve  als Weltnaturerbe auf die Unesco-Liste aufgenommen.

Früherer Artikel zum Thema: Rätsel Grönlandhai – ein Stück weit gelöst

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