Erstmals Vogelgrippe in der Arktis

Spitzbergen (Norwegen). Die Vogelgrippe wurde nun zum ersten Mal in der Arktis nachgewiesen: Eine tote Eismöwe, gefunden in Longyearbyen, erwies sich als infiziert. Das meldete NRK. Die Befürchtung ist nun, dass das Virus auf arktischen Wildkolonien übergreift. Menschen infizieren sich höchst selten damit, sollten aber tote oder kranke Tiere nicht ohne Schutz anfassen.

Tote Eismöwe

Die tote Eismöwe. Foto Anita Rude via sysselmesteren.no

Wissenschaftler des Veterinärinstituts hatten schon befürchtet, dass die Vogelgrippe es diesmal bis nach Spitzbergen schaffen würde. Denn die Weißwangengänse, die jetzt auf Spitzbergen brüten, waren über Winter in England und Schottland – und dort wurde ein Ausbruch von Vogelgrippe nachgewiesen. An der Küste des norwegischen Festlandes gab es inzwischen ebenfalls 15 Fälle in verschiedenen Regionen.  Dort ist der jüngste Ausbruch erst ein halbes Jahr her. Damals hatte ein Geflügelzüchter in Südnorwegen 7500 Küken schlachten müssen. Aktuell muss Geflügel in 17 Kommunen in Rogaland drin  bleiben, meldet die norwegische Lebensmittelaufsichtsbehörde Mattilsynet.

Bisher nur in einer Möwe nachgewiesen – kommt mehr?

Auf Spitzbergen gefährdet die Vogelgrippe arktische Arten, die dort nun in großen Kolonien brüten. Bisher ist sie erst in dieser einen Möwe nachgewiesen, es ist aber wahrscheinlich, dass es noch weitere Fälle geben wird. Für viele Arten ist die Vogelgrippe tödlich. Auf dem Festland wurde die Vogelgrippe auch an Säugetiere weitergegeben, Auf Spitzbergen könnte dies den Polarfuchs treffen, der Aas frisst.

Für Menschen ergeben sich darauf folgende Verhaltensregeln:

  • Keine Vögel füttern, weil das zu Ansammlungen führt, in denen das Virus sich gut verbreiten kann.
  • Tote Vögel und solche, die sich merkwürdig benehmen, sollten dem Büro des Sysselmesteren gemeldet werden.
  • Tote Vögel nur mit Schutzhandschuhen anfassen.
  • Sollte man doch engeren Kontakt gehabt haben, sollte man verfolgen, ob man Symptome bekommt.

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