Ein Stück Kiruna auf dem Mond

Kiruna (Schweden). Die Landung der chinesischen Raumsonde Chang’E-4 auf der erdabgewandten Seite des Mondes wurde gestern weltweit diskutiert. Das Schwedische Institut für Weltraumphysik in Kiruna hatte an der Landung ein ganz besonderes Interesse: Mit an Bord ist nämlich auch ein Instrument, dass die Wissenschaftler des Instituts gemeinsam mit chinesischen Kollegen entwickelt haben.

Messinstrument

Advanced Small Analyzer for Neutrals (ASAN), noch ohne Schutzhülle und Fahrzeug. Foto Martin Wieser, IRF

Der „Advanced Small Analyzer for Neutrals“ (ASAN) soll untersuchen, wie sich die Ströme geladener Partikel aus der Sonne auf die Mondoberfläche auswirken. Er ist auf einen Rover montiert und soll Messungen an verschiedenen Stellen vornehmen. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler unter anderem Hinweise darauf, woher das Wassereis auf dem Mond kommt, erklärt die Pressemitteilung des Instituts. Das Instrument werde nun eine Reihe von Kontrollen absolvieren und dann in Betrieb gehen. Bis zum 11. Februar erwartet man die ersten Daten.

Das Fahrzeug wird mit Solarenergie betrieben, kann also nur dann laden, wenn die Seite gerade von der Sonne beschienen wird. Die der Erde abgewandte Mondseite bekommt ja durchaus auch Sonne – nur sehen wir sie nicht. In der Mondnacht wird es allerdings sehr kalt und dunkel. Instrument und Fahrzeug seien darauf ausgerichtet,  so der leutende Wissenshaftler Martin Wieser – und ist trotzdem gespannt: „Wir drücken die Daumen, dass alle Systeme funktionieren.“

Das Institutet för Rymdfysik (IRF) in Kiruna hat das Instrument entwickelt, die Kollegen des staatlichen chinesischen Raumforschungszentrums NSSC das Fahrzeug und die Integration. Sie stehen auch für den Betrieb.

Hasselblad war auch schon auf dem Mond

Vor zehn Jahren hatte das IRF bereits ein Instrument zur Partikelmessung mit der indischen Raumsonde Chandrayaan-1 mitgeschickt. Diese umkreiste den Mond aber nur auf seiner Umlaufbahn. Dass es Wassereis auf dem Mond gibt,  ist durch andere Messungen dieser Sonde inzwischen  nachgewiesen – doch die Entdeckung gibt den Forschern noch viele Rätsel auf.

Das IRF arbeite auch mit der NASA und anderen Instituten  zusammen.  Es ist aber  nicht das erste Mal, dass sich ein schwedisches Produkt auf dem Mond befindet: Während des Apollo-Programms vor 50 Jahren wurden Hasselblad-Kameras benutzt.

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