Stürmischer Start ins neue Jahr

Eisenbahnunglück mit Todesopfern auf der Storebæltsbroen, verlorene Container – das neue Jahr hat stürmisch begonnen. Weiter im Norden gab es viele Sachschäden und Stromausfälle. Und während die deutsche und die dänischen Ostseeküste gestern Hochwasser hatten, fiel das Wasser am nördlichsten Ende.

Sturm

Die Wetterlage zu Sturm Alfrida/Aapeli. Quelle SMHI

Verantwortlich dafür war ein Tiefdruckgebiet aus Island, das Richtung Skandinavien und weiter nach Finnland zog. In Mittelschweden waren gestern Abend laut SVT immer noch gut 40 000 Haushalte ohne Strom. In Schweden, wo der Sturm wie in Dänemark „Alfrida“ heißt, hat es viele Bäume umgerissen und die Leitungen gleich mit. Auf Gotland fiel auch das Telefonnetz aus und war gestern Abend immer noch defekt. Auch die Ålandinseln hat es hart getroffen, dort waren gestern Abend laut Svenska Yle noch fast 10 000 Haushalte ohne Strom. Man hoffe auf Unterstützung durch Fachpersonal aus Finnland und Schweden, um das Netz wieder aufzubauen. An der finnischen Küste und auf dem Festland richtete der Sturm ebenfalls viele Schäden an und ließ die Leute zeitweise im Dunkeln sitzen. In Finnland wurde er Aapeli getauft und gilt als einer der stärksten überhaupt, zumindest auf See. An Land, so heißt es bei Svenska Yle, waren die Schäden von Dagmar 2011 vermutlich mehr und weiträumiger verteilt. Insgesamt waren in Finland zeitweise bis zu 120 000 Menschen von Stromausfall betroffen.

Der Spitzenwert des Sturms wird aus Norwegen gemeldet: auf der Trolldalsegga (1020 Meter hoch) bei Nordfjordeid, Sogn og Fjordane, eine mittlere Windgeschwindigkeit von 43,3 Metern pro Sekunde (Orkan) mit Böen bis zu 54,6 Metern pro Sekunde. Ab 32,7 Meter pro Sekunde ist Windstärke 12 auf der Beaufort-Skala. In Schweden und Finnland erreichten die Böen an einzelnen Küstenmesstationen ebenfalls Orkanstärke.

Hochwasser im Südwesten, leere Ufer im Norden

Ostsee

Badewanne Ostsee gestern: Der Wind hat das Wasser zur deutschen und dänischen Küste geblasen – im Norden fehlt es. Quelle SMHI

Die Ostsee verhält sich bei starken Stürmen wie  eine Badewanne. Während Strandspaziergänger an der deutschen und dänischen Ostseeküste teilweise mehr als einen Meter Hochwasser erlebten, riefen die schwedischen und finnischen Instituten Warnungen für extrem niedrigen Wasserstand am nördlichen Ende der Ostsee aus. In Kemi waren es 105 Zentimeter weniger als üblich. Dadurch können einige Häfen nicht angelaufen werden.

Der Wind nimmt inzwischen langsam ab und auch der Wasserstand normalisiert sich wieder.

Update: Am Donnerstagabend waren laut SVT in Schweden immer noch 27 000 Haushalte ohne Strom – und möglicherweise kann es mehr als eine Woche dauern, bis alle ihn wieder nutzen können. Auf den Åland-Inseln starb ein Mann bei den Aufräumarbeiten. Am Donnerstagabend waren dort immer noch 7000 Haushalte ohne Strom.

 

 

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