Das Gold und das Blau des Waldes: Die Beerensaison hat begonnen

Norwegen/Schweden/Finnland. Frische Vitamine nötig? Wer gerade im Norden unterwegs ist, kann sich diese an viele Orten ganz leicht selbst sammeln. Das Jedermannsrecht erlaubt Beeren pflücken überall mit ganz wenigen Ausnahmen. Moltebeeren und Blaubeeren sind jetzt reif!

Moltebeere

Nicht ganz reife Moltebeere.

Moltebeeren, das „Gold des Waldes“ oder „Gold der Vidda“, sind besonders begehrt, aber nicht ganz einfach zu finden, denn sie haben besondere Ansprüche. Sie wachsen nicht im Wald, sondern auf leicht sumpfigem Boden auf Lichtungen oder in offener Landschaft (norwegisch Vidda). Aus einigen Gegenden wurden in den Medien bereits gute Moltebeerernten vermeldet, andere klagten über Trockenheit. Wer im Norden ist, aber kein Glück beim Suchen hatte, sollte sich vor Ort umhören: Die guten Plätze werden meistens nicht verraten, aber viele verkaufen ihre Ernte privat, beispielsweise über lokale Facebookgruppen. Die nötigen Vokabeln: norwegisch multer/ multebær, schwedisch hjortron, finnisch lakka/ hilla. Nicht pflücken darf man auf extra gekennzeichnetem „multebærland“ in Nordland, Troms und Finnmark(Norwegen). Das Verbot bezieht sich allerdings nur darauf, Eimer zu füllen – Beeren pflücken und sofort in den Mund stecken ist erlaubt.

Blaubeeren

Blaubeeren

Die wilden Blaubeeren aus dem Wald sind kleiner als ihre gezüchteten Verwandten von den Plantagen, aber sehr wohlschmeckend. Sie sind vergleichsweise einfach  zu finden, sowohl im Wald als auch auf Lichtungen und offenem Gelände. In Nordschweden und Finnland, die nach Mittsommer lange trocken waren, fällt die Ernte in diesem Jahr nicht so reichlich aus wie im vergangenen Jahr, aber wer sucht, der wird belohnt. Anders als bei den Kulturheidelbeeren färbt das Fruchtfleisch rot – auch die Finger beim Pflücken. Die Vokabeln: norwegisch blåbær, schwedisch blåbär, finnisch mustikka. Erwischt man welche, die nicht so lecker schmecken, hat man aus Versehen Rauschbeeren gepflückt! Für Abwechslung sorgen die etwas säuerlichen schwarzen Krähenbeeren im selben Gelände.

Preiselbeeren

Preiselbeeren

Später im Jahr darf man dann mit Preiselbeeren (N: tyttebær, s: lingon, f: puolukka)  rechnen – nicht wegzudenken aus der nordischen Küche. Man findet sie in ähnlichem Gelände wie die Blaubeeren, und es wird bereits eine gute Ernte vorhergesagt. Etwas seltener, aber ebenfalls lecker sind Moosbeeren, die in sumpfigem Gelände wachsen und erst nach dem ersten Frost richtig gut sind. Wer so lange nicht warten will, holt sich vorher welche und legt sie ins Tiefkühlfach.

Viel Erfolg beim Sammeln und guten Appetit!

Abenteuer, die unterwegs passieren können:Beerensammler entdecken uralte Bergkunst in Nordnorwegen

Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Biologie, Finnland, Norwegen, Schweden veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.