Theorie zur Geschichte: Sind die Färöer doch „Pharaoh Islands“?

Färöer. Die englische Bezeichnung Faroe Islands klingt ja ziemlich ähnlich wie Pharaoh Islands – und wer nicht so beschlagen in nordatlantischer Geografie ist, kann da schon mal durcheinander kommen. Ein schottischer Hobbyhistoriker verbreitet aktuell eine Theorie, die Geografie und Mythologie zusammenbringt: Der Berg Kirvi auf Suðuroy könnte eigentlich eine Pyramide sein. Diese Neuinterpretation der Geschichte erregt eine gewisse Aufmerksamkeit und Kvf.fo berichtete darüber – bisher dachten die Färinger schließlich, sie lebten auf den „Schafsinseln“.

Färöer Wappen ABwandlung

Färöer-Freunde halten sich bisher an Wappentier, den Widder. Bild (Abwandlung des Wappens): Christian Packenius/ Pixabay

Damian Beesson Bullen hat einige Gedichte veröffentlicht und interessiert sich auch für Geschichte. Die Beschreibung der Insel Ogygia in einem Text des griechischen Philosophen Plutarch regte ihn zu einer Neuinterpretation an: Bei der Insel, auf der der Titan Cronos von seinem Sohn Zeus festgehalten wurde, könnte es sich um eine Insel der Färöer handeln. Damian Beesson Bullen ist natürlich nicht der erste, der einen realen Ort dafür sucht – in der Vergangenheit standen schon die Hebriden, diverse andere Orte in Großbritannien, Grönland und Island im Verdacht.

Im Interview mit dem färöischen Reporter führt Damian Beesson Bullen noch weitere Indizien an. Die ägyptischen Hyksos seien bis Schottland gekommen, die Färöer seien der nächste Schritt. Er glaubt, dass Hyksos-Priester regelmäßig zu diesem auffälligen Berg fuhren, um dem darin begrabenen Pharaoh zu huldigen. Um den endgültigen Beweis zu haben, müsse man am Berg Kirvi die Erde wegkratzen – dann werde man ja sehen, ob sich darunter nicht eine Pyramide verberge. Er selbst hat es allerdings noch nicht geschafft, dorthin zu reisen und die Untersuchung persönlich vorzunehmen.

Wikipedia kennt übrigens gleich zwei „Pharaoh’s Island“ – eine Insel im Fluss Themse und eine vor der ägyptischen Küste. Und warnt vor der Verwechslung mit Faroe Islands. Was auch immer sich unter dem Kirvi verbirgt, der sich eigentlich recht harmonisch in die bizarre Bergwelt der Färöer einfügt: In der Praxis werden Touristen auf der Inselgruppe deutlich mehr Schafen als Spuren von Pharaonen begegnen.

Früherer Artikel zum Thema: Autofahren auf den Färöer: von Schafen und Tunneln

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