Ruthenium in Grönland löst Wasser-Rätsel der Erdgeschichte

Grönland. Wie und wann kam das Wasser auf die Erde? Dazu gibt es jetzt gute Anhaltspunkte – dank alter Felsen nordöstlich von Nuuk, in denen ein seltenes Ruthenium-Isotop gefunden wurde. In dem Projekt arbeiteten Wissenschaftler der Universität Köln, der Universität Kopenhagen und weitere zusammen. Ein wissenschaftlicher Artikel dazu erschien gerade in Nature.

Grönland Kristoffer Szilas

Gestein auf Grönland, 3,( Milliarden Jahre alt. Foto Kristoffer Szilas/ Universität Kopenhagen

Schon länger gibt es die Theorie, dass Meteoriten Material auf die Erde einbrachten, nachdem sich Kern und Mond schon geformt hatten, die sogenannte Late-Veneer- Hypothese. Zu diesen Materialien von außen gehören Elemente wie Kohlenstoff und Wasser. Unterstützt wird diese Theorie nun von einer Entdeckung, die der dänische Geologe Kristoffer Szilas von der Universität Kopenhagen bei Nuuk in Grönland machte. In diesen sehr alten Felsen ließen sich besondere Isotopen des Elements Ruthenium nachweisen. „Es ist ein Teil des ursprünglichen Mantelgesteins, wie es vor dem Bombardement durch die Meteoriten zusammengesetzt war und das mehrere Milliarden Jahre tektonischer Prozesse überlebt hat“, so Szilas laut Pressemitteilung. Für ihn ist dies auch ein Beweis, dass es Chondriten waren, mit denen das Wasser auf die Erde kam. Diese Meteoritenart  in Kombination mit der Zusammensetzung des frühen Erdmantels ergäbe genau die Zusammensetzung der heutigen Erde.

Fenster in die Frühgeschichte der Erde

„Die bis zu 3,8 Milliarden Jahre alten Gesteine aus Grönland sind die ältesten erhaltenen Mantelgesteine. Sie erlauben uns, wie durch ein Fenster in die Frühgeschichte der Erde zu sehen“, beschreibt es Mario Fischer-Gödde vom Institut für Geologie und Mineralogie der Universität zu Köln. Er ist auch Erstautor des Nature-Beitrags. Die Isotopen dieses Rutheniums wurden mit denen von bekannten Asteroiden und dem heutigen Erdmantel verglichen. „Unsere neuen Ergebnisse legen insbesondere nahe, dass Wasser und andere flüchtige Elemente wie Kohlenstoff und Stickstoff in der Tat erst sehr spät mit der Phase des ‚Late Veneer‘ auf die Erde gelangt sind“, so das Fazit von Fischer-Gödde. Das meiste Wasser kam also erst auf die Erde, nachdem diese schon fast fertig gebildet war. Und heute bedeckt es zwei Drittel der Erdoberfläche.

Früherer Artikel zur Erdgeschichte:

Der Meteoriten-Krater unter dem Hiawatha-Gletscher

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