Nord-Norwegen wartet auf die Supermondfinsternis

Wenn sich morgen, 31. Januar, die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt, wird man in Mitteleuropa nichts davon merken: Die totale Phase der Mondfinsternis findet tagsüber statt, die Mondscheibe befindet sich unter dem Horizont. Um das Himmelsschauspiel zu sehen, müsste man auf der anderen Seite der Erde sein. Oder im nördlichsten Norwegen, wo teilweise immer noch Polarnacht herrscht.

Mondfinsternis

Mondfinsternis mit Blutmond. Foto Pixabay

Bei einer Mondfinsternis nimmt die Erde ihrem Trabanten das Licht. Durch das verbliebene Streulicht erscheint er rötlich („Blutmond“). Welche Farbe er genau annehmen wird, hängt aber auch noch von anderen Faktoren ab.

Der Mond alleine sollte schon sehenswert sein: Es ist nicht nur der zweite Vollmond im Januar, er steht auch noch der Erde recht nah und wird deshalb größer und heller als normal erscheinen. Denn die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist kein Kreis, sondern eine Ellipse, und auch nicht immer genau gleich. Wenn er besonders nahe steht, wird er „Supermond“ genannt, was allerdings nicht exakt definiert ist. Am 30. Januar vormittags erreicht er einen Punkt, der dem maximal möglichen schon recht nahe kommt. Der Vollmond am 31. Januar dürfte deshalb auch noch beeindruckend ausfallen.

Polarnacht mit Mondfinsternis

Dass man die Mondfinsternis morgen auch in Nordnorwegen sehen kann, hängt mit einem anderen Phänomen zusammen: der schrägen Erdachse (siehe auch Tag&Nacht). Sie sorgt dafür, dass die Sonne oberhalb des Polarkreises im Sommer nicht untergeht und im Winter nicht über den Horizont kommt.  Die nördlichsten Orte des norwegischen Festlandes haben nach der „Mørketid“ der vergangenen Wochen inzwischen wieder ein paar Stunden Sonne. In Hammerfest wird sie morgen um 9.29 Uhr aufgehen, um 13.49 aber schon wieder hinter dem Horizont verschwinden. Der Mond geht um 13.36 auf und wird nur knapp über dem Horizont stehen, aber die komplette Phase der totalen Mondfinsternis von 13.51 bis 15.08 Uhr könnte von einer günstigen Stelle aus sichtbar sein, wenn das Wetter es zulässt.

Noch bessere Voraussetzungen bietet Spitzbergen, wo der Mond den ganzen Tag zu sehen ist und die Sonne erst am 15. Februar wieder über den Horizont kommt. Auch in Nordgrönland hat man zumindest theoretisch gute Sicht.

Live-Übertragung im Internet

Wer die Optionen für seinen  Standort testen möchte, kann das mit diesem Modell von timeanddate  tun.

Und wo der Blick nach draußen nicht lohnt: Timeanddate.com will das Ereignis ab 12.30 Uhr live im Internet übertragen – bei hoffentlich guter Sicht. Eine weitere Adresse wäre die NASA, die das ebenfalls angekündigt hat.

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