Noch ein Einschlag-Krater unter Grönland-Eis?

Grönland. Erst im November erregte das Team um den dänischen Professor Kurt H. Kjær Aufsehen: Die Wissenschaftler hatten per Radar Spuren eines riesigen Meteoriten-Kraters unter dem grönländischen Inlandeis gefunden und konnte den Einschlag auch beweisen. Auf eine ähnliche Struktur stießen nun NASA-Forscher 183 Kilometer weiter – für weitere Untersuchungen allerdings unzugänglich. Darüber berichtete videnskab.dk.

Krater

Die beiden Einschlag-Krater auf einer Grönlandkarte ohne Eis. Visualisierung: Cindy Starr/ NASA

Bei dem Krater unter dem Hiawatha-Gletscher hatten die Forscher Glück: Er liegt am Rand des Eispanzers, und über einen Schmelzwasserfluss kamen sie an Sedimente aus dem Bereich unter dem Gletscher. Darin fanden sie Spuren von genau jener deformierten Form von Quarz, wie sie einem solchen Meteoriten- oder Asteroideneinschlag zu erwarten ist – einen handfesten Beweis also.

Der fehlt bei der neu gefundenen Kraterformation, die nach dem verstorbenen Glaziologen Stan Paterson benannt werden soll. Denn der Krater befinden sich zu weit im Inland unter zwei Kilometern Eis. Wissenschaftler der NASA haben gemeinsam mit Kurt H. Kjær eine Studie dazu in Geophysical Research Letters veröffentlicht, in der sie sich deshalb noch vorsichtig ausdrücken. Der neue, mit Hilfe von Radaraufnahmen unter dem Eis entdeckte „mögliche“ Krater hat einen Durchmesser von 36 Kilometern, noch etwas größer also als der unter dem Hiawatha-Gletscher mit 31 Kilometern Durchmesser.  Die neu gefundene Struktur scheint außerdem stärker erodiert, das Eis darüber weniger gestört als bei Hiawatha. Das Eis soll mindestens 79 000 Jahre alt sein, so die bisherige Annahme aufgrund von Bohrkernen. Beim Hiawatha-Krater ist nur Eis aus den vergangenen 12 800 Jahren „ungestört“.

Rätseln über einen Zusammenhang zwischen den beiden Kratern

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Der Form nach könnte es sich auch um die Caldera eines alten Vulkans handeln. „Die Gebiete bekannter vulkanischer Aktivität in Grönland sind jedoch mehrere Hundert Meilen entfernt. Ein Vulkan würde außerdem deutliche Zeichen magnetischer Anomalie zeigen, und davon sehen wir gar nichts“,  so Hauptautor Joe MacGregor, Glaziologe am amerikanischen NASA’s Goddard Space Flight Center, in der Pressemitteilung.

Gerätselt wird auch darüber, ob die beiden vergleichsweise nahen und ähnlich großen Krater irgendwie zusammenhängen könnten. Dagegen spricht allerdings unter anderem der Altersunterschied. Dass es keinen Zusammenhang gibt, sei zwar „unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich“, heißt es dazu in der Studie.

Artikel zum ersten Fund: Der Meteoriten-Krater unter dem Hiawatha-Gletscher

Video der NASA dazu:

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