Island will seine Naturattraktionen besser schützen

Island. Der Tourismus auf Island ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Doch er verteilt sich nicht gleichmäßig auf der Insel voller Naturschönheiten. Ein neuer Bericht zeigt: Für einige Ziele ist die Grenze bereits erreicht. Nun soll ein nachhaltiges Konzept entwickelt werden.

Krysuvik

Geothermalgebiet Krysuvík, Reykjanes

Die meisten kommen wegen der spektakulären Natur nach Island. An vielen Orten kann man sie tatsächlich noch in Ruhe genießen – doch gemeinsam mit zahlreichen anderen am Geysir oder Skógafoss zu stehen, ist vermutlich nicht genau das, was man sich vorgestellt hat. Die vielen Füße schädigen außerdem die empfindliche Natur. Zurzeit sind sowohl die Schlucht Fjaðrárgljúfur als auch das Reykjadalur mit seinen heißen Quellen gesperrt, damit sich die Vegetation erholen kann.

Wie der Bericht noch einmal aufführt, ist der Tourismus auf Island sehr schnell gewachsen: Im Jahr 2007 kamen nicht einmal eine halbe Million ausländische Reisende auf die Insel. Zehn Jahre später waren es bereits mehr als zwei Millionen. Fast alle besuchen Reykjavik und Umgebung, viele auch Ziele im Süden. Die früher ausreichende Infrastruktur stieß an ihre Grenzen.

Allmannagjá

Ziel Nummer 1: Þingvellir, hier Allmannagjá

Laut dem Bericht ist die Grenze dessen, was ein Gebiet an Besuchern aufnehmen kann, beim Geysir, Skógafoss, Reykjanesfólkvangur, den geschützten Gebiete an Mývatn und Laxá und zwei weitere Zielen bereits erreicht. Gullfoss, Dettifoss, Dyrhólaey und eine Reihe weiterer Attraktionen haben nicht mehr viel Luft.

Ein Problem bei dem Versuch, die Lage zu verbessern, nennt Tourismus-Ministerin Þórdís Kolbrún Gylfadóttir bei RÚV: Die Zuständigkeiten für die Gebiete sind ganz unterschiedlich. Mal sind es das Land, mal die Kommune, mal handelt es sich um Privatbesitz, mal um geschützte Gebiete mit besonderen Regeln.

Die Autoren des Berichts gehen davon aus, dass die Zahl der Touristen noch zunehmen wird, vor allem aus Asien. Umso wichtiger sei es, nun ein nachhaltiges Konzept zu erarbeiten, das die Naturattraktionen schützt, aber den Reisenden trotzdem ein positives Erlebnis ermöglicht.

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