Hilfe für den wilden Atlantik-Lachs

Nordatlantik. Der atlantische Lachs ist ein faszinierender Fisch. In seinem Lebenszyklus schwimmt er vom Fluss seiner Geburt bis in den Nordatlantik und wieder zurück. Überfischung, die Regulierung der Flüsse und weitere Faktoren habe seinen Bestand massiv schrumpfen lassen. Doch es gibt gute Nachrichten für den wilden Lachs des Nordens – von mehreren Seiten.

Lachs

Atlantiklachs. Foto William Hartley/ U.S. Fish & Wildlife Service

So haben die Schutzorganisationen  North Atlantic Salmon Fund und Atlantic Salmon Federation ein Abkommen mit der grönländischen Fischereigewerkschaft geschlossen (Kalaallit Nunaani Aalisartut Piniartullu Kattuffiat, KNAPK): Zwölf Jahre lang soll auf den kommerziellen Fang von Atlantiklachs verzichtet werden. Die Fischer erhalten dafür eine Kompensation aus Spendenmitteln. Das Gebiet zwischen Grönland und den Färöer ist besonders wichtig für die Lachse: Dort treffen sich die erwachsenen Fische aus rund 2000 Flüssen, vom amerikanischen Penobscot River ebenso wie vom isländischen Laxá, dem norwegischen Altaelva und dem Warsugafluss auf der russischen Kolahalbinsel, um sich satt zu fressen.  Was im Ozean gefangen wird, kann nicht mehr in den Heimatfluss zurückkehren und laichen. Mit der färöischen Organisation Laksaskip gibt es ein solches Abkommen bereits seit 22 Jahren, es wurde nun verlängert. So sollen noch mehr Fischgenerationen sich vermehren können.

Piteälv

Piteälv, Schweden

Der Atlantiklachs schwimmt auch durch die Ostsee zurück in seinen Fluss – sofern er denn durchkommt und ihm kein Staudamm ohne Fischtreppe den Weg versperrt.  Die Bedürfnisse der Flößerei haben früher ebenfalls zu Veränderungen der Flüsse geführt – dass das Holz an Felsen hängenblieb, war natürlich nicht erwünscht. Für den Lachs-Laich und den Lachs-Nachwuchs ist jedoch gerade eine vielfältige Flusslandschaft mit geschützten Nischen wichtig. In einem riesigen Naturschutzprojekt hat Schweden nun begonnen, 200 Flusskilometer zu renaturieren, wie SVT berichtet – nicht nur, aber auch für den Lachs. Zu den Flüssen, in denen der Lachs sich dann wieder besonders gut vermehren soll, gehören Piteälv, Råneälv und Kalixälv.

Auch Krankheiten machten und machen dem Atlantiklachs zu schaffen, zum Beispiel der Parasit Gyrodactylus Salaris. Er kam auf importierten Lachsen und Regenbogenforellen nach Norwegen, verbreitete sich in 48 Flüssen und ist meist tödlich für den Fischbestand.  Besonders schlimm war dies im nordnorwegischen Fluss Vefsna. Dort herrschte der Parasit fast 40 Jahre lang. Ab 2012 bekämpfe die Behörde ihn mit Gift (Rotenon). Seit vergangenem Herbst gilt der Fluss als parasitenfrei, und man hofft nun wieder auf Lachs dort, berichtet NRK.

Lachszucht

Lachszucht in Nordnorwegen. Foto Dagmar Hemmie

Viele Menschen sehen Lachs nicht nur gerne im Fluss, sondern auch auf dem Teller. Wildlachs-Fang könnte die aktuelle Nachfrage allerdings nicht befriedigen, Zuchtlachs ist aus mehreren Gründen umstritten: Die Tiere leben enger zusammen als in Freiheit, was die Verbreitung von Krankheiten erleichtert, Medikamente gelangen ins Meer und flüchtige Tiere gefährden den wildlebenden Bestand. Die Umweltorganisation  Natur og Ungdom fordern deshalb strengere Standards, der WWF versucht solche durch Kooperation mit Firmen umzusetzen, Greenpeace rät von Atlantiklachs generell ab.

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