Weniger Umweltbelastung auf Kola: Kupferwerk in Montschegorsk dicht

 Montschegorsk (Russland) Die  Kola-Halbinsel ist die nächste Dreckschleuder los: Das Kupferwerk in Montschegorsk hat den Betrieb eingestellt. Es soll komplett abgerissen werden. Betreiber war die Kola GMK, eine Tochterfirma des privaten russischen Bergbauriesen Nornickel. Ende 2020 war bereits der veraltete Nickelschmelzer in Nikel nahe der norwegischen Grenze geschlossen worden.

Kupferwerk Montegorsk

Kupferwerk in Montschegorsk. Foto Nornickel

Die pyrometallurgische Kupferverarbeitung in Montschegorsk mit Schmelzofen und Konverter wurde 1979 aufgebaut. Sie ist technisch veraltet und genügt den heutigen Umweltstandards nicht mehr. Die Umgebung von Montschegorsk  trägt, wie der Barents Observer mehrfach dokumentierte, deutliche Spuren der giftigen Emissionen, die allerdings nicht nur von diesem Werk kommen – es gibt auch noch einen Nickelschmelzer. In den nächsten Wochen wird das Elektrolysewerk noch die Reste aufarbeiten und dann ebenfalls schließen. Die gesamte Anlage soll zunächst gereinigt und im kommenden Jahr komplett abgerissen werden. Es gibt Pläne für ein modernes Kupferwerk an dieser Stelle. Doch zunächst wird all das Kupferkonzentrat aus den Gruben der Kola-Halbinsel zur Verarbeitung nach Norilsk transportiert. 

Der Stammsitz von Nornickel ist berüchtigt für seine Umweltverschmutzung, und auch dort gibt es viele Anlagen, die veraltet sind. Im vergangenen Jahr brach auf dem Gelände einer Tochtergesellschaft die Stütze eines Treibstofftanks, und 21 000 Tonnen Diesel liefen in die Tundra. Und im Februar starben drei Menschen und fünf wurden verletzt, als das Dach eines Anreicherungswerkes einstürzte.

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