Meløy (Norwegen). Wie wartet man ein Wasserkraftwerk, zu dem 100 Kilometer Wassertunnel gehören? Das Wasserkraftwerk Svartisen am gleichnamigen Gletscher nahm 1993 den Betrieb auf, und zum ersten Mal sind nun sämtliche Tunnel zur Inspektion geleert worden. Ungünstiger Nebeneffekt: Der Ausfall der 600 MW vom Svartisen gehört mit zu den Faktoren, die den Strom in Nordnorwegen gerade ungewohnt teuer machen. Darüber berichteten NRK und High North News.
Der Stausee des Kraftwerks Svartisen ist der See Storglomvatn unterhalb des Gletschers Svartisen. Gefüllt wird er jedoch nicht nur mit dem Wasser, das direkt vom Gletscher in den See fließt. Es wird auch das Schmelzwasser von der Gletscherzunge Engabreen und anderen Bereichen im umliegenden Fjell gesammelt und durch Tunnel dorthin abgeleitet. Als Nebenprodukt dieser Arbeiten entstand das einzigartige Labor unter dem Engabreen.
100 Kilometer Tunnel im Berg
Insgesamt gehören zum Wasserkraftwerk Svartisen rund 100 Kilometer Tunnel durchs Fjell. Der Strom wird erzeugt, indem das Wasser aus dem Stausee – durch einen Tunnel – 585 Meter zum Holandsfjord abfällt. Dort treibt es zwei Turbinen an. Die Kraftwerksanlage liegt größtenteils im Berg. Man kann den Zugang aber sehen, wenn man auf der Holandsfjord-Seite aus dem Svartisen-Tunnel fährt. Zum See Storglomvatn kommt man über die Arbeitsstraße, die kurz vor der Einfahrt in den Svartisen-Tunnel auf der Glomfjord-Seite vom Kystriksveien (Fv17) abzweigt.
Schließung der Tunnel nur im Winter möglich
Wie Statkraft-Vertreter gegenüber den norwegischen Medien berichten, kann die Wartung der Tunnel und aller Komponenten darin nur im Winter geschehen, weil da am wenigsten Wasser anfällt – auch wenn das eine Zeit ist, wo besonders hoher Strombedarf herrscht. Es ist das erste Mal seit der Inbetriebnahme 1993, dass alle Tunnel komplett geleert worden sind. Diese Maßnahme wurde lange geplant und vorbereitet. Das Kraftwerk steht seit dem 1. Dezember still, die Arbeiten sollen im Mai fertiggestellt sein.
Ungünstigerweise ist Svartisen nicht das einzige Wasserkraftwerk, das gerade ausfällt. Kobbelv (Sørfold) und Rana laufen nur eingeschränkt, weil dort Schäden repariert werden müssen.
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