Wie ein Stromausfall das Eis in Oulu in Bewegung setzte

Oulu (Finnland). Ein Stromausfall hatte weitreichende Folgen für die Stadt Oulu: Er traf auch das Wasserkraftwerk, bei dem sich die Turbinen abschalteten. Da der Wasserspiegel im oberen Reservoir daraufhin stieg,  mussten die Fluttore geöffnet werden. Die Wassermassen setzten das Eis im gefrorenen Teil des Flusses in Bewegung und richteten zahlreiche Sachschäden an. Die Folgen sind auch eine Woche nach dem Ereignis noch deutlich zu sehen, und die Aufsichtsbehörde hat eine Untersuchung eingeleitet. Darüber berichteten Yle und Kaleva.

Gelbes Warnschild, im Hintergrund Fluttore und eine dicke Eisscholle

Warnung vor der Öffnung der Fluttore am Kraftwerk Merikosi in Oulu.

So kam es laut Oulun Energia zu dem Stromausfall: Auf den Leitungen hatten sich – wie auf den Bäumen – dicke Schneepanzer angesammelt. Die Leitungen sei zwar überwacht und von Schnee befreit worden. Trotzdem sammelte sich wieder Schnee darauf an und fiel am frühen Sonntagmorgen ( 15.Februar)  herunter. Dadurch gerieten die Leitungen in Schwingungen, was zu dem Stromausfall führte. In Oulu waren davon 23 000 Haushalt betroffen, der Ausfall dauerte eine halbe Stunde und traf auch das Wasserkraftwerk Merikoski in Oulu. Dort wird das Wasser des Flusses Oulujoki aufgestaut. Während sich im stark strömenden Abfluss des Wasserkraftwerks kein Eis legt, sind andere Teile des Flussdeltas sehr wohl dick zugefroren.

Sechs Millionen Kubikmeter Wasser abgelassen

Die Wassermassen brachen dieses dicke Eis und trieben es fort, hier: Ainolan puisto.

Wie Oulun Energia gegenüber den Medien angab, schaltet sich das Kraftwerk automatisch bei Störungen ab. So geschah es am Sonntagmorgen und auch am Sonntagnachmittag noch einmal nach einem weiteren Stromausfall. Das Wasser muss dann über die Fluttore abgelassen werden. Am Abend beruhigte sich die Situation.  Insgesamt wurden am vergangenen Sonntag in Oulu sechs Millionen Kubikmeter Wasser abgelassen.

Eisschollen im Park, Steganlagen zerstört

Eis in Unordnung, hier: Ainolan puisto

Die Folgen sind deutlich zu sehen: So wurden Eisschollen von etwa 30 Zentimeter Dicke in den zentrumsnahen und viel genutzten Ainolan-Park  gespült. Die ufernahen Wege sind zwar immer noch abgesperrt, werden aber von den Leuten trotzdem wieder genutzt. Die Steganlage der Winterbader bei Tuira wurde so sehr beschädigt, dass sie aktuell und möglicherweise den Rest des Winters nicht mehr genutzt werden kann. Auch Bootsstege wurden beschädigt, nachdem das Eis durch die plötzlichen Wassermassen in Bewegung geriet. 

Insgesamt ist der Zustand des Eises im Oulujoki-Delta nach dem Ereignis weiträumig unsicher, und es gibt viele offene Stellen. Die Rettungskräfte raten deshalb davon ab, es zu betreten.

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