Weltweit erstes Hybrid-Kreuzfahrtschiff unterwegs – von Hurtigruten

Tromsø (Norwegen).  Hurtigrutens „Roald Amundsen“ ist zum Jungferntörn gestartet – als erstes Hybrid-Kreuzfahrtschiff der Welt. An Luxus mangelt es trotzdem nicht. Darüber berichtete NRK.

MS Roald Amundsen

Hurtigrutens MS Roald Amundsen unter Batteriebetrieb. Foto Hurtigruten

Von Tromsø aus geht es zuerst Richtung Nordkap und Kirkenes, danach die norwegische Küste südlich hinunter und bis Hamburg. Danach wird die Roald Amundsen in die Arktis reisen, unter anderem auf den Spuren ihres Namensgebers durch die Nordwestpassage. Das Schiff wurde speziell für Reisen in polare Gebiete gebaut und hat einen für Eis verstärkten Rumpf.

Hurtigruten-Chef Daniel Skjeldam zeigte sich in der Pressemitteilung besonders stolz auf den Umweltstandard des Schiffes. Dies werde Maßstäbe setzen. Dazu gehört, dass das Schiff kurzfristig auch ganz ohne Diesel unterwegs sein kann, nur mit Batterien. Insgesamt soll es dank der neuen Technologie 20 Prozent weniger Diesel verbrauchen als ein vergleichbares Schiff dieser Größe. Es wurde auch von vornherein ganz ohne Einwegplastik geplant. Gebaut wurde es bei Kleven Yards. Als die Werft in der Bauzeit in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, stieg die Reederei selbst ein. Die Roald Amundsen ist 140 Meter lang und kann 530 Passagiere mitnehmen.

Trotzdem Kreuzfahrt-Luxus an Bord

Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen und seine Crew mussten auf der Fahrt durch die Nordwestpassage allerdings zweimal überwintern und sich von der Jagd ernähren. Die Passagiere der Roald Amundsen werden es deutlich bequemer haben. Nachhaltigkeit sei Teil des Reiseerlebnisses, heißt es in der Pressemitteilung. Dies zielt auf die technischen Lösungen ab – Verzicht gehört nicht dazu. Das Schiff ist mit allem ausgestattet, was Kreuzfahrtreisende heute erwarten, inklusive Außenpool.

Grüne Kreuzfahrt oder keine Kreuzfahrt?

NRK befragte zwei norwegische Umweltschützer zum Hybrid-Kreuzfahrtschiff, und die sind sich nicht einer Meinung: Für das befragte Grünen-Mitglied ist die Kreuzfahrtindustrie einfach zu energieaufwendig, um nachhaltig zu sein. Zum Luxus auf dem Schiff wie Pool und Kasino kämen ja noch die langen Anflüge der Teilnehmer. Der Bellona-Vertreter meint dagegen, die Kreuzfahrtindustrie werde nicht verschwinden, und er hoffe, es entstehe nun ein Wettbewerb um das grünste Schiff.

Der ist tatsächlich bereits in Gang. Unter anderem plant die Reederei Ponant sogar einen Luxus-Eisbrecher, der zum Nordpol fahren soll.

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