UNESCO: Grube in Kallak hätte große Auswirkungen auf Laponia

Kallak (Schweden). Was sagt die UNESCO zu einem möglichen Bergbau in Kallak? Das hat die schwedische Regierung angefragt, da sich das Welterbegebiet Laponia in der Nähe der geplanten Erzgrube befindet.  Die Entscheidung zu dem Vorhaben ist überfällig. Nun ist die Antwort der UNESCO da – und jeder liest sie auf seine Weise. Darüber berichtete SVT.

Kallak

Kallak und Laponia. Bahnverlauf nur schematisch dargestellt. Karte sel/stepmap.

Nach den vorliegenden Informationen ist es für die UNESCO eindeutig, dass eine Erzgrube in Kallak (samisch Gállok) mittelgroße oder sehr große negative Auswirkungen auf  das Welterbegebiet Laponia hätte, das sich ganz in der Nähe befindet. Zu Laponia gehört nicht nur Natur, sondern auch das lebende samische Kulturerbe mit Rentierhaltung. Diese Rentiere sind selbstverständlich nicht nur auf Laponia begrenzt, sondern bewegen über ein viel größeres Gebiet. Deshalb hat die UNESCO noch weitere Fragen zu dem Fall und wünscht sich eine Erklärung dazu, wie die Rentierhaltung im Umfeld von Laponia geschützt werden könne.

Für die betroffenen Samen und die übrigen Grubengegner ist klar, dass mit dieser Reaktion der UNESCO ein Bergbau in Kallak unmöglich ist. Beowulf Mining meint dagegen, nun müsse die Regierung das Projekt genehmigen, denn die UNESCO hab nicht geäußert, dass Laponia deshalb der Titel entzogen werde. Beowulf argumentiert nun auch mit den Mega-Investitionen, die in der Region getätigt werden, um demnächst fossilfreien Stahl herzustellen. Dazu brauche man ja Erz.

Erz nicht knapp in Nordschweden

Straße Kallak

Straße von Jokkmokk nach Kallak. Bahn frei für den Erztransporter?

Es ist allerdings kein Mangel an Erz in Norrbotten. Allein LKAB mit seinen großen unterirdischen Gruben in Kiruna und Gällivare deckt etwa 90 Prozent des EU-Bedarfs. Dazu kommt seit kurzem auch Kaunis Iron an der finnischen Grenze. An Kaunis Iron kann man sehen, welche Folgen ein neues Bergwerk hat: Zwar freut sich der Ort Pajala über Arbeitsplätze, aber es gibt auch Umweltprobleme, die noch vor Gericht verhandelt werden, die davon betroffenen Rentierhalter haben massive Eingriffe in die Landschaft hinnehmen müssen, den Flächenverbrauch kann man sich bei Google Earth ansehen und täglich rollen 90-Tonner über Straßen nach Svappavaara. Eine Brücke musste bereits gesperrt werden, und es gab mehrere Unfälle.

Die schwedische Regierung zögert die Entscheidung seit Jahren heraus, weil die Koalitionspartner Sozialdemokraten und Umweltpartei sich hier nicht einig sind. Bisher gibt es keine Reaktionen auf die Antwort und die Nachfragen der UNESCO.

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