NATO zeigt immer mehr Präsenz in der Barentssee

Norwegen/Russland. Vier NATO-Schiffe, mehrere Flugzeuge und insgesamt 1200 Soldaten führten in den vergangenen Tagen ein Manöver in der Barentssee durch. Offizielles Ziel war, die Zusammenarbeit zu üben und  „die Freiheit der Navigation nördlich des Polarkreises zu demonstrieren“, wie die Royal Navy mitteilte. Darüber berichtete der Barents Observer.

Vier NATO-Schiffe in der Barentssee. Foto Royal Navy

Die NATO zeigt in der Barentssee immer deutlicher Präsenz. Im Mai fuhren beispielsweise fünf NATO-Schiffe aus den USA und Großbritannien in die Barentssee östlich des Nordkaps – erstmals seit dem Kalten Krieg in den 1980er Jahren. Bei der jüngsten Übung war nun auch eine norwegische Fregatte dabei sowie Dänemark mit einem Aufklärungsflugzeug. Und erst vor zwei Wochen zeigte sich das U-Boot USS Seawolf demonstrativ beim Crewwechsel vor Tromsø. Es sei kein Geheimnis, dass US-amerikanische U-Boote in der Barentssee patrouillierten, vor der Kola-Halbinsel mit den Basen der Nordflotte, so der Barents Observer. Doch es werde normalerweise nicht genannt, welche U-Boote dort unterwegs seien und wann sie auftauchten. In Tromsø soll auch ein offizieller Liegeplatz für Atom-U-Boote eingerichtet werden.

Norwegische Fregatte erstmals auf Manöver östlich von Varanger

Folgende Schiffe nahmen an dem Manöver teil: HMS Sutherland (UK), RFA Tidespring (UK), USS Ross (USA) und die norwegische Fregatte KNM Thor Heyerdahl. Während in den offiziellen Mitteilungen nur von „Barentssee“ die Rede ist, meldet der Barents Observer unter Berufung auf einen Pressesprecher der Streitkräfte, das Übungsgebiet seien internationale Gewässer nördlich der Finnmark und der russischen Fischer-Halbinsel. Es sei das erste Mal, dass sich eine norwegische Fregatte in einer Mission östlich des Varangerfjords bewege, die nicht in Kooperation mit der russischen Marine sei. Östlich des Varangerfjords verläuft die norwegisch-russische Seegrenze. Vor 2014 (Krim-Krise) waren norwegische Fregatten auf Freundschaftsbesuch bei der Nordflotte in Seweromorsk auf der Kola-Halbinsel gewesen. Laut Barents Observer wurde die Nordflotte vor dem aktuellen Manöver nicht offiziell informiert.

Russische Flugzeuge zwei Mal aufgestiegen

Zu den Schiffen kamen diverse Flugzeuge,  darunter ein dänisches  Challenger Maritime Aufklärungsflugzeug und britische RAF Typhoons und das Tankflugzeug RAF Voyager. Die Typhoons waren laut Royal Navy zum ersten Mal so weit im Norden. TASS meldet, dass russische Flugzeuge zwei Mal  aufstiegen, um die NATO-Flugzeuge zu identifizieren, wie es das übliche Prozedere ist. Es soll nicht zu Grenzverletzungen gekommen sein.

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