Finnland: Edelstahlriese investiert in seine Chrom-Mine

Finnland. Outokumpu, einer der größten Hersteller von rostfreiem Stahl weltweit, will seine Chrom-Mine in Kemi ausbauen. Die Grube nahe der finnisch-schwedischen Grenze soll eine Etage tiefer gehen und eine neue Hauptsohle bekommen. Dafür investiert das finnische Unternehmen 250 Millionen Euro. Darüber berichteten Yle und SVT.

Chrom-Mine

Chrom-Mine in Kemi. Foto Outokumpu

Die Mine im Norden von Kemi, genauer in Elijärvi, ist die einzige innerhalb der EU, in der Chromerz abgebaut wird. Ansonsten kommt der wertvolle Rohstoff, der vor allem für die Herstellung von rostfreiem Stahl benötigt wird, aus Südafrika, Kasachstan oder Indien. Im Gegensatz zu manchen anderen  Grubenprojekten im Norden Skandinaviens hat Outokumpu kein großes Transportproblem: Das Material wird ausschließlich im firmeneigenen Ferrochrom- und Stahlwerk im nur 25 Kilometer entfernten Tornio weiterverarbeitet. Das fertige Produkt wird von dort aus verschifft.

Outokumpu hatte ursprünglich als Kupferhersteller im gleichnamigen Ort in Ostfinnland begonnen. Inzwischen setzt das Unternehmen allein auf Edelstahl. Richtig groß wurde es durch die Fusion 2001  mit Avesta Sheffield und  durch die Übernahme der Edelstahlsparte von Thyssen Krupp 2012. Drei seiner Werke stehen in Deutschland, in Dahlenbrück, Dillenberg und Krefeld. Weltweit hat der Konzern nach eigenen Angaben  rund 10 000 Angestellte.

Bottnischer Meerbusen

Der nördliche Bottnische Meerbusen. Der Fluss
Torneälv/Tornio bildet die Grenze zwischen Schweden
und Finnland. Karte mit Hilfe von stepmap

Die Mine in Kemi gibt es seit 50 Jahren. Anfangs wurde an der Oberfläche abgebaut, seit 2005 ausschließlich unterirdisch. Jährlich werden dort etwa 2,7 Millionen Tonnen Erz gewonnen. Inzwischen ist der Abbau so weit fortgeschritten, dass man nun eine tiefere Hauptsohle benötigt, um den Nachschub für das Werk in Tornio zu sichern. Laut Yle und SVT sind zurzeit rund 500 Menschen in der Grube beschäftigt. Der Ausbau sichert ihren Arbeitsplatz. Die Baustelle wird aber für zusätzliche Aufträge in der Region sorgen. 2020 soll die neue Hauptsohle fertig sein.

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