Bodø wird europäische Kulturhauptstadt 2024

Bodø (Norwegen). 2024 bekommt Europa zum ersten Mal eine Kulturhauptstadt jenseits des Polarkreises: Bodø. Sie teilt sich den Titel mit dem estnischen Tartu und einer österreichischen Stadt. Die Bewerbung der norwegischen Fylkeshauptstadt war erfolgreich, obwohl die eigene Kulturministerin sie boykottierte. Darüber berichtete NRK.

Bodøs neue Bibliothek Stormen direkt am Hafen.

Zweck der Kulturhauptstadt-Ernennungen ist, die vielfältige europäische Kultur bekannt zu machen – und seit 2004 sind es immer sogar mindestens zwei Städte. Auch Nicht – EU-Länder können sich in einer speziellen Sparte bewerben. Bodø trat hier gegen Mostar und Banja Luka aus Bosnien-Herzegowina an, konnte aber offenbar das überzeugendere Konzept vorweisen. Auch werden die Kulturbotschafter räumlich sehr verteilt: Bodø hoch im Norden, Tartu in Estland sowie eine Stadt in Österreich, die noch nicht gewählt ist.

Bodøs Bewerbung ARCTICulation setzte auf drei Schwerpunkte: „The Art of Nature“, wo die verschiedenen Verbindungen zwischen arktischer Natur und Kunst gesucht werden, „Fish and Ships“ bezieht sich auf die Geschichte des Fylke Nordland mit Fischerei und Trockenfischhandel, aber auch den Kriegen, „Transition“ thematisiert die Veränderungen und wie Gesellschaften damit umgehen.

Stadt in Veränderung

Bodø befand und befindet sich selbst in Veränderungen, und das betrifft nicht zuletzt das Gesicht der Stadt selbst. Die neue Bibliothek und das Konzerthaus Stormen liegen zentral am lebendigen Hafen und sind erst vor wenigen Jahren eröffnet worden. Der größte Schritt, die Verlegung des Flugplatzes zugunsten eines neuen, zentrumsnahen Stadtteils, steht noch aus.

Bodø Nordlys

Auch Bodø: Baustellen und Wandmalereien

Bodø ist die Verwaltungshauptstadt von Nordland, über die Fährverbindung nach Moskenes beginnen dort viele ihre Reise zu den Lofoten. Es ist ein Halt der Hurtigruten, die nördliche Endstation des norwegischen Bahnnetzes und verfügt auch über einen Gewerbehafen.

Bisher war Reykjavík (Island, Jahr 2000) die nördlichste Kulturhauptstadt, gefolgt von Umeå (Schweden, 2014). Aus Norwegen gelangten bereits Bergen (2000) und Stavanger (2008) zum Titel, der auch verpflichtet: Man muss auch etwas anbieten. Vergangenes Jahr hatte Bodø bereits mit einer spektakulären Aktion auf sich aufmerksam gemacht: Da stellten sich zahlreiche Einwohner als Modelle für Spencer Tunicks Fotografien zur Verfügung. Ob es für das Kulturjahr-Programm auch staatliche Unterstützung gibt, ist aktuell unklar: Die zuständige Ministerin Trine Skei Grande (Venstre) hatte die Bewerbung nicht unterstützt, gratulierte aber gestern.

Mehr zum Thema:Bodø bewirbt sich als europäische Kulturhauptstadt 2024

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