Skellefteå, Schweden: Erste Batterie bei Northvolt gefertigt

Skellefteå (Schweden). Im Werk Northvolt Ett wurde am 28. Dezember die erste Batteriezelle hergestellt. Das meldete Northvolt in einer Pressemitteilung. Damit ist ein wichtiges Etappenziel für das Projekt in Skellefteå erreicht, das Schwedens „Gigafactory“ werden soll und in das unter anderem BMW, VW, Scania und Volvo investiert haben.

Northvolt

Die erste in Skellefteå gefertigte Batterie war eine prismatische Zelle, wie diese in der Grafik. Quelle: Northvolt.

Northvolt Ett soll einmal Batterien mit einer Kapazität von 60 Gigawattstunden im Jahr produzieren – und das ist nur der Anfang. Damit wollen die Gründer europäischen Elektroautoherstellern eine Alternative bieten zu den asiatischen Produkten. Diese soll nicht nur einen kürzeren Weg haben, sondern auch so umwelt- und klimafreundlich wie möglich produziert werden. Für eine Kilowattstunde Kapazität einer Lithium-Ionen-Batterie werden etwa 109 Kilowattstunden Strom benötigt. Am Sitz der Produktion in Skellefteå gibt es dafür Wasser und Windkraft aus der Region. Außerdem soll ein Recycling-Zentrum für ausgediente Batteriematerialien aufgebaut werden – so kann man auch einen Großteil der Rohstoffe wiedergewinnen. Im kommenden Jahr sollen die ersten Batterien ausgeliefert werden.

Ein Industriegebiet groß wie Gamla Stan

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Visualisierung von Northvolt Ett. Quelle Northvolt

Skellefteå ist der größte Standort. Dort wird die Massenproduktion der Batteriezellen aufgebaut. Dort sind zurzeit 500 Personen aus 56 Ländern beschäftigt.  Die komplette Anlage wird einmal dem Umfang von Gamla Stan in Stockholm haben. Die Entwicklungsabteilung arbeitet bereits in Västerås. Die Firmenzentrale befindet sich in Stockholm. Ein weiteres Werk steht in Danzig, Polen, wo unterschiedliche Modelle zusammengebaut werden.

Mit der ersten Batterie vor Jahresende 2021 hat Northvolt sein verkündetes Ziel eingehalten. Doch es gab nicht immer nur positive Schlagzeilen aus der Bauphase. Zeitweise war die Baustelle ein Corona-Hotspot. Dann machte sie von sich reden, weil Baufirmen die Arbeitszeitbestimmungen nicht einhielten – dabei ging es vor allem um Überstunden in unzulässigen Mengen.

Hoffnungsträger für Nordschweden

Die Northvolt-Fabrik in Skellefteå ist aber auch ein Hoffnungsträger für die nächste Welle der Industrialisierung in Nordschweden. Hier will die Region punkten mit ihrem Reichtum an erneuerbarer Energie für ein wichtiges Produkt der Energiewende. Nach Jahren der Abwanderung werden wieder mehr Arbeitskräfte benötigt – sogar mehr, als Skellefteå hat. Deshalb wird kräftig in anderen Regionen für die Arbeitsplätze dort geworben. Jene, die aus anderen Regionen dazu kommen, sind zwar willkommen, haben es aber schwer, eine Wohnung zu finden.

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