Norwegens Weg zum 17. Mai

Norwegen. Der 17. Mai steht bevor – Norwegens wichtigster nationaler Feiertag. Wie alles andere in Zeiten von Corona wird er etwas anders ausfallen als in der Vergangenheit. Rechtzeitig vorher hat die Regierung einige Vorschriften gelockert. Zumindest einer privaten Feier mit Gästen steht nichts im Weg.

17.Mai Norwegen

Umzüge mit Flaggen zum 17.Mai – dies wird es dieses Jahr nur in kleinem Rahmen geben. Foto Vegard Ottervig/pixabay

Umzüge mit vielen festlich gekleideten Menschen, die Flaggen schwenken – so etwas wird es dieses Jahr zum 17. Mai nicht geben. Seit vergangener Woche dürfen Norweger allerdings wieder ein bisschen geselliger werden: Privat dürfen sich nun bis zu 20 Personen treffen, sofern ein Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten werden kann. Öffentliche Veranstaltungen dürfen sogar 50 Personen umfassen, wenn ausreichend Platz für Abstand vorhanden ist. Die norwegischen Kommunen planen recht kreativ, wie man innerhalb dieses Rahmens den Nationaltag feiern kann. So werden Kranzniederlegungen und Flaggehissen live im Internet übertragen, es gibt Umzüge mit Autos oder Booten – und um 13 Uhr sind alle eingeladen, bei offenem Fenster die Nationalhymne mitzusingen. Ansonsten sollen die Feiern hauptsächlich im Privaten stattfinden. Und dazu darf man sich nun Familie und Freunde einladen, sofern man den Platz dafür hat.

Alle Schulen öffnen wieder

Weitere Veränderungen in Norwegen:

  • Kitas und die 1.-4-Klassen sind bereits wieder geöffnet. Ab heute nehmen auch die übrigen Grundschulklassen und die weiterführenden Schulen ihren Betrieb schrittweise wieder auf.
  • Sporthallen öffnen wieder, allerdings noch nicht die Umkleidekabinen.
  • Es gilt weiterhin Quarantäne, wenn man aus dem Ausland kommt oder eine infizierte Person getroffen hat sowie bei der Ankunft auf Spitzbergen. Die Quarantänepflicht ist allerdings von 14 auf 10 Tage verkürzt worden.
  • Ab dem 1. Juni sollen Vergnügungsparks wieder öffnen dürfen.
  • Über Versammlungen bis zu 200 Personen wird noch beraten,  dies könnte ab 15. Juni gelten.

Norwegen hat seinen Bürgern bisher einiges abverlangt: Zur besten Zeit schlossen die Skilifte und Ostern in der eigenen Hütte war auch verboten. Der 17. Mai liegt günstig in einer Zeit, in der die Zahl der Ansteckungen gesunken ist und das Virus zumindest vorerst gut eingedämmt scheint. 60 Personen liegen noch im Krankenhaus, insgesamt 220 sind in Norwegen bisher an Covid-19 gestorben.

Reisemöglichkeiten weiter unklar

Für Tourismusunternehmen waren die vergangenen zwei Monate hart, und es ist fraglich, wie viele davon überleben. Sie hoffen nun wenigstens auf die einheimischen Reisenden. Für Anbieter auf Spitzbergen wäre dazu Voraussetzung, dass die spezielle Insel-Quarantäne wegfällt. Diese gilt noch bis zum 18. Mai. Die norwegische Regierung hat angekündigt, die Reiseempfehlungen zu überarbeiten. Die Bevölkerung wurde allerdings bereits vorgewarnt, dass die Quarantäne nach Auslandsreisen noch für den ganzen Sommer gelten könne. Wann Touristen wieder ins Land kommen dürfen, ist bisher unklar. (Quellen: VG, Regjeringen.no. sysselmannen.no, NRK).

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