Das Massaker von Utøya im Film

Norwegen. Am 22. Juli 2011 tötete der norwegische Neonazi Anders Behring Breivik 77 Menschen, der Großteil davon jugendliche Teilnehmer eines Zeltlagers auf der Insel Utøya. Zwei Filme frischen demnächst die Erinnerung daran auf: „Utøya 22 Juli “ kommt am 20. September in deutsche Kinos, „22 July“ startet am 10. Oktober bei Netflix, soll aber auch in ausgewählten Kinos laufen.

Utøya

Auf der Flucht vor dem Mann mit Waffe. Szene aus Utøya 22 Juli. Foto Paradox 2/TrustNordisk

Utøya 22 Juli “ des norwegischen Regisseurs Erik Poppe erschien bereits Anfang des Jahres und lief auch schon auf der Berlinale. Der Regisseur hatte zuvor mit Überlebenden gesprochen und daraus fiktive Figuren geschaffen. Der Fokus liegt hier auf den Opfern. Viele Überlebende leiden noch heute an den Folgen, körperlich und/oder psychisch. Die Überlebenden und Angehörige durften den Film vor der offiziellen Premiere zuerst sehen, dazu wurden Vorführungen in geschütztem Rahmen in den verschiedenen Regionen Norwegens organisiert. Die Teilnehmer an dem Zeltlager auf Utøya, einer traditionellen Veranstaltung der Jugendorganisation der Arbeiterpartei, stammten ja aus ganz Norwegen. Nun kommt der Film in die deutschen Kinos (Trailer hier).

Buchtitel En av oss

Åsne Seierstads Buch ist Vorbild für den Netflix-Film

Hinter dem Netflix-Produkt „22 July“ steht der britische Regisseur Paul Greenglass, der zwar einerseits mehrere Folgen der Bourne-Reihe gedreht hat , aber auch auf realen Vorkomnissen basierende Filme wie „Bloody Sunday“ (über den irischen Blutsonntag 1972) oder „United 93“ ( über die Anschläge vom 11.9.2001 in den USA). Basis für „22 July“ ist das Buch „Einer von uns“ der norwegischen Journalistin und Schriftstellerin Åsne Seierstad. Sie berichtete damals auch von dem Prozess gegen Breivik. In dem Buch taucht sie tief in die Geschichte und die Gedankenwelt des Täters ein. Parallele Handlungsstränge porträtieren aber auch die Opfer und die Überlebenden und ihre  Motivation, sich politisch für eine solidarische Gesellschaft zu engagieren.

Allzu viel wurde bis jetzt noch nicht preisgegeben über den Film. Gerade erst wurde der erste Trailer veröffentlicht. Klar ist aber bereits, dass darin auch der Täter deutlich präsent sein wird. Gedreht wurde mit norwegischen Schauspielern. Anders Danielsen Lie, der Breivik darstellt, erklärte auf der Pressekonferenz in Venedig, warum es wichtig sei, Breivik zu zeigen und warum er die Rolle übernommen habe: Es sei wichtig, die Geschichte immer wieder zu erzählen. Viele Leute teilten diese Ideen immer noch. Deshalb müsse man darüber reden. Wenn man Radikalisierung und Rechtsextremismus verstehen wolle, sei es wichtig, Breivik zu zeigen.

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Hier der Trailer zum Netflix-Film:

 

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