Neue Einschränkungen auf den Färöer wegen Corona

Färöer/Island/ Grönland. Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen führen die Färöer nun befristet bis zum 12. November härtere Regeln ein. Die Inselgruppe hat zurzeit die höchste Inzidenz Europas, allerdings bisher keine dramatische Lage in den Krankenhäusern. Das meldete kvf.fo. 71 Prozent der Färinger sind voll geimpft. Auch auf Island und Grönland ist Corona weiter Thema.

Boote im Hafen der Hauptstadt Tórshavn.  Foto Jan Steffen

773 aktive Fälle verzeichnete die färöische Corona-Statistik heute. Neun Personen sind deshalb stationär im Krankenhaus. Die Krankenhäuser seien nicht überlastet, hieß es gestern bei kvf.fo. Allerdings wurde am Tag zuvor schon gemeldet, dass geplante, nicht akute Operationen verschoben werden, um bei Bedarf noch Kapazitäten frei zu haben. Und um Kapazitäten für Notwendiges zu sparen, werden auch die Zahlen der Menschen in Quarantäne in der offiziellen Statistik nicht mehr aktualisiert – die anderen aber schon.

Die Färöer (53 300 Einwohner) haben schon einige Wellen hinter sich, inzwischen gab es fünf Todesfälle in Zusammenhang damit. Vor zwei Wochen waren die Infektionszahlen noch einstellig. Der Ausbruch begann in Klaksvík und verbreitete sich offenbar über ungeimpfte Kinder, die schließlich ihre Familien ansteckten. Auf den Färöer sind 85,1 Prozent der über Zwölfjährigen, 71 Prozent der gesamten Bevölkerung voll geimpft. Das Interesse an der Impfung ist durch die neuen Fälle laut kvf.fo wieder gewachsen.

Veranstaltungen verschoben, Sport vor leeren Rängen

Anfangs gab es nur lokale Maßnahmen an den betroffenen Schulen. Doch gestern verordnete Regierungschef Bárður á Steig Nielsen Einschränkungen, um die Virusverbreitung zu stoppen: Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen werden verschoben, Sport gibt es nur vor leeren Rängen, Bars müssen schließen. Schulen und Freizeiteinrichtungen können nach Situation selbst entscheiden. Die Einschränkungen gelten bis zum 12. November. In den Stadtbussen werden auch wieder Masken verlangt.

Für die Färöer gab es zuletzt neben den Einreisebestimmungen für Dänemark keine verpflichtenden Sonderregelungen mehr, nur noch Empfehlungen. Das soll sich ändern, spätestens ab dem 15. November soll wieder jeder zum Test gebeten werden, der nicht geimpft oder genesen ist oder einen frischen Test vorweisen kann.

Voraussichtlich keine weiteren Lockerungen auf Island

Auch auf Island sind die Infiziertenzahlen wieder gestiegen. Die 14-Tage- Inzidenz im Inland liegt bei 317 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner. Aktuell sind 17 Personen im Krankenhaus, 5 davon auf der Intensivstation. Am Wochenende ist wieder jemand verstorben. Es war vorgesehen, am 18. November die letzten Einschränkungen im Inland aufzuheben. Dazu wird es nach aktuellem Stand nicht kommen. 89 Prozent aller Einwohner über 12 Jahre sind voll geimpft, 76 Prozent der Bevölkerung.

Grönland: Beschränkungen in Nuuk und Sisimiut

In Grönland geht das Virus ebenfalls weiter um, allerdings auf niedrigerem Niveau. Aktuell gibt es 70 aktive Fälle.  Bisher gab es nur kurze Krankenhausaufenthalte und keine Todesfälle. 66 Prozent der Bevölkerung sind voll geimpft. In Nuuk und Sisimiut gibt es zurzeit Beschränkungen für Restaurants und Ähnliches, die sich mit „3G“ vergleichen lassen. Es gibt aber Erleichterungen  für die Einreise: Das Sumut-Formular wird abgeschafft, und es werden nun auch PCR-Testergebnisse aus EU-Ländern, der Schweiz, Norwegen, Luxemburg und Großbritannien anerkannt.

(Aktualisiert um 20 Uhr)

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