Kreuzfahrt-Rekord – aber Vorschriften werden strenger

Norwegen. Neuer Rekord für die Kreuzfahrt-Destination Norwegen: 2759 Hafenanläufe, mehr als vier Millionen Passagiere. Bergen bleibt dabei Spitzenreiter, doch der Norden gerät mehr in den Fokus: Tromsø und Longyearbyen (Spitzbergen) gehören jetzt zu den Top Ten der Statistik. Um die Auswirkungen zu mindern, weder immer strengere Anforderungen an die Schiffe gestellt – manche finden, zu strenge.

Geirangerfjord

Geirangerfjord. Foto Sergey Ashmarin, CC BY-SA 3.0,

Mit 338 Anläufen und 553 643 Passagieren ist Bergen nach wie vor mit großem Abstand der beliebteste Hafen aller Kreuzfahrer – auch wenn dies ein paar weniger sind als im Vorjahr. Bergen bietet Kreuzfahrtschiffen inzwischen Landstrom an und berechnet die Hafengebühr danach, wie umweltfreundlich Schiff und Organisation sind, nach dem sogenannten Environmental Performance Index. Diese Praxis, mit der Reeder angespornt werden sollen, ihre Schiffe zu verbessern, betreiben inzwischen 15 norwegische Häfen. In der Gunst aufgeholt hat Stavanger mit 236 Anläufen, Geiranger hat ebenfalls zugelegt, 210 reichen aber diesmal nur für Platz 3. Tromsø ist der beliebteste Hafen in Nordnorwegen und wurde 158 Mal angelaufen (Platz 5), Longyearbyen 109 Mal (Platz 9). Honningsvåg (Nordkapp) ist nicht mehr in den Top Ten aufgeführt – zählt man die beiden Schiffe auf Reede mit, hätte Honningsvåg  aber ebenso 91 Anläufe wie der Zehntplatzierte Olden. Nach Passagieren liegt Honningsvåg noch vor Olden und Tromsø (Daten Kystverket/Kystdatahuset).

Abgaswerte für Welterbefjorde zu streng?

Touristen sind zwar in Norwegen willkommen, nicht aber Abgasschwaden in den Fjorden. Schon 2018 wurden deshalb speziell für die besonders beliebten Welterbefjorde strengere Abgasvorschriften erlassen, die in einem Fall sogar zu einem Bußgeld führten. Ab 2026 soll das Ein- und Auslaufen dort komplett abgasfrei geschehen. Dadurch dürfte sich einiges ändern: Einige Reedereien haben gegenüber NRK bereits angekündigt, dann leider an Geiranger und Flåm vorbeifahren zu müssen – die Anforderung sei zu hoch. Die Hafenchefin von Geiranger berichtete, sie habe schon jetzt Absagen bekommen. Statt dessen würden Reedereien lieber Fjorde anlaufen, wo die Anforderungen nicht so streng sind. Und Busfahrten zum Welterbe organisieren.

Landstrom und Sicherheit

Die Roald Amundsen war Hurtigrutens erstes Hybrid-Kreuzfahrtsschiff.

Einschränkungen könnten auch für Spitzbergen bevorstehen. Dort ist unter anderem eine Größenbeschränkung im Gespräch, da ein großes Schiff mit vielen Passagieren bei einem Seenotfall mit den örtlichen Mitteln kaum evakuiert werden kann. Auch Schweröl soll dort verboten werden.

Neben dem Schiffsantrieb an sich wird auch immer um die Energieversorgung während des Hafenaufenthalts diskutiert. Die norwegischen Regierung bezuschusst zwar Landstromanlagen, doch nicht jedes Schiff ist darauf vorbereitet und nicht jeder Hafen kann das leisten. Immerhin verbraucht ein größeres Kreuzfahrtschiff so viel Strom wie ein ganzes Dorf.

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