Klimawandel-Statistik mit Kiruna an der Spitze

Kiruna (Schweden). Der Norden erwärmt sich durch den Klimawandel schneller als der Süden – das zeigen nun ganz konkret die Wetterdaten, die ein europäisches Netzwerk von Datenjournalisten ausgewertet hat. Update 28.9.: Einige der benutzten Daten sind aber offensichtlich nicht vergleichbar, darunter auch die des ursprünglichen Spitzenreiters Kiruna.

Kiruna

Kiruna

Grundlage für die Untersuchung des European Datajournalism Network , dem auch Spiegel Online angehört, waren mehr als 100 Millionen Messdaten aus verschiedenen Quellen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage. Die Daten beziehen sich auf insgesamt von 558 Orte, 38 wurden inzwischen entfernt, darunter praktisch alle früheren Spitzenreiter.  Spitzbergen, Island oder Grönland waren nicht dabei, und im nördlichen Skandinavien gibt es weniger Messfelder als weiter südlich.

Für die Menschen vor Ort die Erwärmung des Nordens natürlich keine neue Erkenntnis. SVT zitiert einen Vertreter des landesweiten Verbundes des Samen, der meint, natürlich habe es früher auch mal warme Winter gegeben, aber nicht über eine so lange zusammenhängende Periode wie jetzt. Wärmere Winter sind für die Rentierhalter deshalb problematisch, weil die Tiere ihr Futter zwar sehr gut unter Schnee hervorgraben können, nicht aber unter Eis – wie es sich bildet, wenn es zwischendurch regnet.

Torneträsk

Torneträsk

Ein weiterer Indikator ist, dass Schwedens siebtgrößter  See Torneträsk nordwestlich von Kiruna immer später und immer kürzer zufriert. An dessen Ufer liegt auch die Forschungsstation Abisko, in der seit  mehr als 100 Jahren Wetterdaten aufgezeichnet werden. Danach ist für diesen Ort aber bisher „nur“ von einer Erhöhung von durchschnittlich  1,5 Grad die Rede.  Damit ist das Jahresmittel des Ortes am Fuße des Berges Nuolja aber über den Gefrierpunkt gestiegen. Das Klima gilt nun nicht mehr als arktisch, sondern als „boreal“.

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