Island-Tourismus 2021: Quotensystem am Vatnajökull

Island. Über zu viele Touristen konnte man auf Island 2020 nicht klagen – aus bekannten Gründen. Das war allerdings schon einmal anders. Am Nationalpark Vatnajökull wird im kommenden Jahr ein Quotensystem eingeführt, das begrenzt, wie viele Touristen gleichzeitig durch Eishöhlen oder auf Gletscherwanderungen geführt werden dürfen. Darüber berichtete RÚV.

Gletscher

Breiðamerkurjökull, Teil des Vatnajökull. Foto Andreas Tille/ CC BY-SA 4.0,

Ziel der Quotenregelung ist, dass die Belastung für die Natur minimiert, die Sicherheit erhöht und das Erlebnis für die Touristen, die dabei sind, verbessert wird. 3300 Personen am Tag dürfen im südlichen Teil des Vatnajökull an geführten Touren teilnehmen. 27 Anbieter hatten sich dafür beworben. Alle bekamen ein Kontingent, wenn auch nicht jeder so viel, wie er gerne gehabt hätte, so der Nationalpark-Geschäftsführer zum Sender. Die Teilnahme am Quotensystem kostet die Anbieter umgerechnet gut 300 Euro. Eine Abgabe pro Tourist wurde ihnen für 2021 erlassen, da sie es aufgrund der Coronakrise schon schwer genug haben.

Der Nationalpark Vatnajökull umfasst Islands größten Gletscher und ist außerdem Weltnaturerbe. An einzelnen Punkten wie beispielsweise der Gletscherlagune Jökulsárlon sammelten sich vor Corona oft viele Menschen. Dass sie auf dem Parkplatz stehen, wird durch die neue Quotenregelung natürlich nicht verhindert, aber der Besuch in den empfindlicheren Gegenden entzerrt.

Tourismus auf Island um mehr als 90 Prozent eingebrochen

Aufgrund der Reisebeschränkungen zu Coronazeiten ist der Tourismus auf Island massiv eingebrochen, um mehr als 90 Prozent. Die immer höheren Besucherrekorde sind erst einmal Geschichte. Schon 2019 gingen die Zahlen zurück, was zumindest teilweise am Konkurs von Wow Air lag. Allerdings gab es auch Klagen über die Preise und zu viele Menschen an den Hotspots.  Um den Andrang besser zu verteilen, wurde schon länger für  die Nebensaison geworben, die mehrere Vorteile hat: Es ist günstiger, es sind weniger andere Leute unterwegs, und man kann eventuell Dinge sehen und tun, die im Sommer nicht möglich sind, so wie Nordlicht beobachten oder in Gletscherhöhlen gehen.

Man darf davon ausgehen, dass die Reiselust wieder kommen wird, sobald Reisen wieder problemlos machbar sind. Wann dies sein wird, ist aktuell unklar, auch wenn die Hoffnung auf einen Impfstoff gestiegen ist. Der isländischen Wirtschaft werden die Touristen sehr willkommen sein.

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