Früher Frühling: Zwei Schüler in Abisko von Eis-Welle weggespült

Abisko/ Kiruna (Schweden). Zwei schwedische Schüler sind am Dienstag bei einem Klassenausflug nach Abisko  verletzt worden. Sie wurden beim Überqueren eines vereisten Bachs von einer plötzlichen Welle aus Wasser, Eis und Schnee erfasst und weggespült.  Darüber berichteten SVT und die Polizei Kiruna. Update 26. 4.: Einer der beiden ist inzwischen an seinen Verletzungen gestorben, dem anderen geht es den Umständen entsprechend gut.

Abisko

Schneeverhältnisse in Abisko vor wenigen Tagen.

Die Gruppe aus zwölf Achtklässlern und drei Lehrern kam von einer Schule in Kiruna. Geplant war, von Abisko nach Katterat auf Skiern laufen. Was beim Überqueren des  Nissunjåkka ohne Vorwarnung über sie hereinbrach, beschrieben die Rettungskräfte als eine „Lawine aus Schneematsch“. Der Nissunjåkka ist ein Zufluss zum Abiskojåkka. Die fortgespülten Schüler konnten zwar herausgezogen werden. Einer war beim Eintreffen der Rettungskräfte jedoch in einem so kritischen Zustand, dass er ins Universitätskrankenhaus nach Tromsø geflogen wurde, das von Abisko aus näher liegt als entsprechende schwedische Einrichtungen. Der andere Schüler hatte es besser überstanden und kam zunächst ins Krankenhaus nach Kiruna, dann nach Gällivare. Sowohl schwedische als auch norwegische Helikopter waren im Einsatz. Die Klasse wurde nach Kiruna zurückgebracht.

Frühling kommt normalerweise erst im Mai

Abiskijokk

Blick auf den Abiskojåkka (nicht der Unglücksort)

Das Unglück geschah zu einer Zeit, in der es selbst in Abisko bereits fast eine Woche lang warm gewesen war. Die Leiterin des dortigen Naturum sagte im Interview mit SVT, , normalerweise rechne man dort mit Frühling erst im Mai. Doch man müsse sich inzwischen darauf einstellen, dass er auch früher kommen könne. Eine Datenreihe des Forschungsinstitutes in Abisko zeigt, dass die Temperaturen dort in den vergangenen 100 Jahren um 1,5 Grad gestiegen sind.

Schnelle Schneeschmelze lässt Flüsse ansteigen

In Abisko beginnt der Kungsleden, der im Winter von Skiwanderern genutzt wird. Noch liegt dort und in den höheren Lagen Schnee, doch die warmen Ostertage haben die Decke im ganzen Norden schnell schrumpfen lassen. Dafür lässt Schmelzwasser die Flüsse ansteigen – es wird bereits vor hohen Wasserständen gewarnt. Nach den aktuellen Prognosen des Schwedischen Hydrografischen und Meteorologischen Instituts (SMHI) soll das Eis der Torneflusses sich am 2. Mai lösen. Der ungeregelte Tornefluss, der bei Haparanda/Tornio in die Ostsee mündet, ist für problematische Eisverhältnisse bekannt.

Im Süden Gras- und Waldbrände

In den südlicheren Gebieten, die nicht mehr vom Schnee bedeckt sind, haben Norwegen, Schweden und Finnland dasselbe Problem wie Deutschland: Vielerorts war es lange trocken, und altes Gras brennt gut. Die ersten Flächen. und Waldbrände gab es bereits.

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