Fischkutter vor Nordnorwegen gesunken – Besatzung gerettet

Nordkapp. Aufgrund eines technischen Fehlers sank gestern ein Fischkutter nördlich von Magerøya, Nordnorwegen. Die 12 Besatzungsmitglieder waren bereits in die Rettungsinseln gestiegen und wurden von einem Hubschrauber gerettet. Darüber berichteten NRK und Radio Nordkapp (Update 10 Uhr).

Fischkutter Fay

Die „Fay“ war gestern noch auf Marine Traffic zu sehen, allerdings mit einer alten Positionsmeldung. Screenshot Marine Traffic

Der Fischkutter „MS Fay“ mit Heimathafen Averøy war 21 Meter lang, 10 Meter breit und ausgerüstet für klassische Netz- und Langleinenfischerei.Es wurde erst 2018 gebaut und war im Einsatz für ein norwegisches Fischereiunternehmen. Die Rettungszentrale Nordnorwegen empfing das Notsignal um 11 Uhr. Eine Stunde später war ein Sea-King-Hubschrauber vom Stützpunkt Banak (Lakselv) vor Ort und holte die zwölfköpfige Mannschaft nacheinander per Seil an Bord. Sie wurden nach Honningsvåg gebracht. Bisher heißt es, es gehe allen gut.

Während der Rettungsaktion waren noch Teile des Schiffes über Wasser. Das letzte Signal von „Fay“ auf Marine Traffic stammt von 12.20 Uhr. Ein Rettungskreuzer, der aufgrund des Notrufs ebenfalls zur Unfallstelle gefahren war und dort eintraf, als die Mannschaft schon abgeborgen war, sah das Schiff noch sinken und berichtete von losen Teilen, die nun im Meer schwimmen.

Gegenüber Radio Nordkapp berichtete der Kapitän, wie es zu der Havarie kam: Der Hilfsmotor/ Generator fiel aus, als sie die Leinen ausbrachten. Dadurch verloren sie auch die Möglichkeit zu steuern. Das Boot krängte und nahm Wasser über die offene Leinen-Luke auf. Ohne Strom funktionierte aber auch die Schließ-Hydraulik der Luke nicht. So lief immer mehr Wasser ins Schiff. Das Wetter war unangenehm mit zwei Meter hohen Wellen und Wind um die 8 Beaufort.

Alle trugen Überlebensanzüge, als sie in die Rettungsinseln gingen. Sie wurden zu zweit in den Helikopter gehievt. Die persönlichen Gegenstände der Crew versanken mit dem Schiff. Scandic Honningsvåg stellte Zimmer zur Verfügung, der örtliche Sportladen öffnete für sie und versorgte sie mit Kleidung.

Genau vor einem Jahr: Havarie der „Northguider“

Vor genau einem Jahr, am 28. Dezember 2018, geriet ein Fischereifahrzeug auf Spitzbergen in Seenot, die“ Northguider“. Das Schiff war am nördlichen Ende der Hinlopenstraße aufgelaufen. Auch dort wurde die Mannschaft per Hubschrauber abgeborgen. Dieses Schiff liegt immer noch dort, es gelang in dem kurzen Sommer nicht, es zu entfernen. Dort ist aber zumindest kein Treibstoff mehr an Bord.

Früherer Artikel zum Thema:

Spitzbergen: Bergung der Northguider erst nächsten Sommer

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