Covid 19: NATO-Übung abgesagt, Kreuzfahrer müssen an Bord bleiben

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind nun auch im Norden deutlich zu spüren. Die Zahl der Erkrankten ist massiv gestiegen, und es gelten umfassende Vorsichtsmaßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 klein zu halten. Sogar die NATO-Übung Cold Response wurde nun abgesagt. Nach Dänemark schließen nun auch die Färöer und Norwegen die Schulen. Letztes Update 20 Uhr

Blick aus dem Flugzeug

Hoch über den Wolken ist auch das Virus schnell um die Welt gereist.

Örtliche Bürgermeister hatten schon länger auf die Einstellung der NATO-Übung mit gut 15 000 Teilnehmern gedrängt. Nicht zuletzt, seit bei einem norwegischen Soldaten das Virus festgestellt wurde und zeitweise bis zu 850 Kameraden danach in der Kaserne Skjold in Troms in Quarantäne saßen. Finnland hatte daraufhin seine 400 Teilnehmer an der Übung gar nicht erst losgeschickt. Der erste prominente norwegische Politiker unter Corona-Verdacht war der Verteidigungsminister. Der Verdacht bestätigte sich nicht. Gestern wurde die Übung komplett abgesagt. Die Teilnehmer werden sich nun möglichst sicher aus Nordnorwegen zurückziehen.

Norwegen: Massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens

Norwegen hatte die „stärksten und einschneidensten Maßnahmen in Friedenszeiten“ angekündigt und sie heute auf der Pressekonferenz vorgestellt. Neben der Schließung sämtlicher Bildungseinrichtungen bis zum 26. März gehören dazu auch geschlossene Schwimmbäder, Sporthallen, Sportveranstaltungen, andere Veranstaltungen und alle Einrichtungen, die irgendetwas mit Körperpflege zu tun haben, inklusive Friseure. Es gibt einen Notdienst zur Kinderbetreuung für Beschäftigte in gesellschaftlich besonderes wichtigen Branchen, damit nicht ausgerechnet die gesundheitlich besonders gefährdeten Großeltern das übernehmen.Gastronomie darf nur dann öffnen, wenn ein Meter Mindestabstand zwischen den Gästen möglich ist. Alle, die von einer Reise außerhalb des Nordens zurückkehren, müssen zunächst zwei Wochen in Quarantäne. Auch das Königspaar ist aktuell isoliert. Am Abend wurde bekannt, dass es nun ein einen Todesfall in Norwegen gibt, einen Tag nach dem ersten in Schweden.

Finnmarksløpet abgebrochen

Finnmarksløpet

Hunderennen durch die Finnmarksvidda. Foto Reidar Arnesen

Auch Europas längstes Hunderennen, Finnmarksløpet, gehört zu den Veranstaltungen, die nun in Norwegen nicht mehr zulässig sind. Damit wurde das Rennen am Nachmittag abgebrochen. Die ersten auf der 1200-Kilometer-Strecke waren dabei schon bis Levajok gekommen, ihnen fehlten noch gut 200 Kilometer bis zum Ziel. Zuletzt führte der Schwede Petter Karlsson, Sieger von 2018, knapp vor dem Norwegen Lasse Austgarden. Die Teilnehmer äußerten sich enttäuscht.

Kreuzfahrtpassagiere dürfen nicht mehr an Land

Anfangs waren die lokalen Behörden allerdings nicht ganz einheitlich in ihren Maßnahmen: Gestern durften Passagiere der AidaCara in Bodø noch an Land gehen. Bergen, Oslo und Stavanger erlaubten da schon keinen Landgang von Kreuzfahrtschiffen mehr. Inzwischen hat sich auch Bodø dieser Regelung angeschlossen. Das gilt auch in den meisten Häfen für Touristen an Bord der Hurtigruten-Schiffe.

Aufgrund der gesunkenen Nachfrage fallen auch viele Flugverbindungen aus, so hat Norwegian 4000 Flüge abgesagt.

Auf Spitzbergen befinden sich einige Personen in Quarantäne. Dort ist man besonders in Sorge, denn es leben nur 2300 Menschen in Longyearbyen. Fallen zu viele aus, kommt es zu Problemen.

Noch keinen nachgewiesenen Covid-19-Fall gibt es auf Grönland – ein Verdacht vor wenigen Tagen stellte sich als unbegründet heraus, allerdings gibt es inzwischen schon den nächsten. Viele grönländische Jugendliche gehen in Dänemark auf weiterführende Schulen. Nachdem Dänemark nun alle Schulen für zwei Wochen schließt, bleiben die meisten grönländischen Schüler in Dänemark bei Familien.

Erster Covid-19-Todesfall in Schweden am Mittwoch

In Schweden gab es am Mittwoch den ersten Covid-19-Todesfall, der erste Todesfall aufgrund des Coronavirus im Norden überhaupt. Schweden verschärft Schutzmaßnahmen, unter anderen dürfen nur noch Versammlungen mit weniger als 500 Leuten stattfinden. Viele wurden freiwillig abgesagt. In Haparanda schloss eine Schule vorübergehend, die sowohl von schwedischen als auch von finnischen Schülern besucht wird. Eine generelle Schulschließung ist jedoch aktuell nicht geplant, damit Eltern nicht in wichtigen Jobs fehlen oder Großeltern als Betreuer einspringen – die bekanntermaßen besonders gefährdet sind. Die Schulleiter bekommen jedoch große Freiheiten, den Unterricht in Zeiten von Corona zu organisieren.

Die Zahl der bestätigten Infizierten ist in Norwegen ( 621) und Schweden (683) stark gestiegen, auch Finnland (109) und Island (109) verzeichnen neue Fälle. In Finnland werden Schutzmaßnahmen auf freiwilliger Basis empfohlen. Auf den Färöer blieb es bisher bei zwei Fällen, es befinden sich aber Menschen auf Verdacht in Quarantäne.

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