Zu teuer: Island will Briefmarken-Produktion einstellen

Island. Schlechte Nachrichten für Briefmarkensammler und Kunstfreunde: Die isländische Post wird aus Kostengründen das Design und den Druck neuer Briefmarken einstellen. Das meldete RÚV. Die Varianten, die aktuell in der Entwicklung sind, sollen allerdings noch gedruckt werden. Íslandspostur hat außerdem bereits Kündigungen beim Personal insgesamt ausgesprochen.

Isländische Briefmarken, Tourist Edition. Quelle: Vefverslun Frimerkjasölu/sel

Wann haben Sie zum letzten Mal einen Papierbrief oder eine Postkarte verschickt? Die meisten werden jetzt ein bisschen nachdenken. E-Mail und diverse Onlineplattformen haben die Menge an Briefen, die noch als Gegenstände von A nach B transportiert werden müssen, stark reduziert. Das ist auf Island nicht anders. Dank des Versandhandels ist allerdings die Zahl der Sendungen und Pakete aus dem Ausland gestiegen. Das hilft nicht wirklich, da das Porto dafür nicht kostendeckend ist. Nachdem Íslandspostur im Frühjahr hohe Verluste bekannt geben musste, wurde ein neues Gesetz erlassen, das es ermöglicht, eine Empfängergebühr für Auslandssendungen zu nehmen. Eine weiter Maßnahme ist die Kündigung für 43 Mitarbeiter.

Großer Vorrat an Briefmarken vorhanden

Wie nun bekannt wurde, wird auch die beliebte, aber defizitäre Briefmarkengestaltung und -produktion mittelfristig eingestellt. Die isländische Post bietet eine große Auswahl verschiedener Motive. Abnehmer waren nicht zuletzt Sammler, die diese direkt bei der Post bestellten. Es wird natürlich auch weiter möglich sein, Briefe und Postkarten aus Island zu verschicken. Es gebe einen großen Vorrat, der für Jahre reiche. Sollten dann immer noch Briefe verschickt werden, könne nachgedruckt werden, so der Postchef zu RÚV.

Das veränderte Postgeschäft macht besonders kleinen Ländern mit schwieriger Infrastruktur zu schaffen. Auf den Färöer gab es schon den Versuch, die Post zu privatisieren, bisher ohne Erfolg. Solche Stimmen gibt es auch auf Island, sie sind jedoch aktuell in der Minderheit.

Früherer Artikel zum Thema: Färöer-Post soll privatisiert werden

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