Färöer-Post soll privatisiert werden

Färöer. Wer schon immer mal Eigentümer eines ganz besonderen Logistikunternehmens werde wollte, hat jetzt die Chance: Die Färöer bieten ihre Post zum Verkauf an – allerdings nicht außer Landes. Das entsprechende Gesetz wurde vor Weihnachten verabschiedet. Das meldete Kvf.fo.

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Weihnachtsbriefmarken der färöischen Post 2018. Quelle Posta

Der Antrag dazu kommt aus dem färöischen Handelsministerium. Begründet wird er damit, dass die Anforderungen an die Post sich geändert hätten – immer weniger verlangten Dienste wie den Briefmarkenverkauf und Briefversand, immer mehr falle in Bereiche, in denen man mit privaten Unternehmen konkurriere.  Die Kommunen wollten dazu laut Kvf.fo keine Stellung beziehen, verlangten aber, dass der Service sich nicht verschlechtern dürfe. Postverk Føroya ist seit 2005 eine Aktiengesellschaft in öffentlicher Hand. 2010 wurde der Name in Posta geändert. Es gibt 115 Mitarbeiter.

Die färöische Post schrieb in den vergangenen Jahren schwarze Zahlen. Das könnte auch anders werden. Nach dem beschlossenen Antrag ist der neue Eigner aber nur zehn Jahre lang zu den ursprünglich hoheitlichen Monopol-Diensten wie Briefmarkenherstellung und-verkauf und Postauslieferung verpflichtet. Danach kann die Konzession dafür verlängert oder neu ausgeschrieben werden. Dieser Dienst soll einer Kontrolle unterliegen.

Der Postbetrieb hat sich weltweit verändert, seit E-Mail, Chats und soziale Medien das Briefeschreiben ersetzen. Dafür hält der Online-Handel Paketboten auf Trab, allerdings auch die privater Unternehmen. Schweden und Dänemark haben 2009 ihre Postgesellschaften zu Post Nord zusammengeschlossen. Daran ist der schwedische Staat mit 60 Prozent beteiligt, der dänische mit 40 Prozent. Die Aufteilung der Stimmen beträgt 50:50. Es gab allerdings Vorwürfe, die besagen, die Sendungen würden nun länger dauern.

Eine derartige Fusion ist auf den Färöer nicht angedacht. Das Unternehmen soll nicht außer Landes verkauft werden.

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