Verstärkung für die isländische Küstenwache

Siglufjörður (Island). Die isländische Küstenwache rüstet auf – mit einem neuen Schiff, das in Nordisland stationiert ist und damit schneller vor Ort sein soll, wenn dort etwas passiert. „Freyja“ ähnelt in Leistung und Ausstattung dem Flaggschiff „Þór“, das seinen Heimathafen in Reykjavík hat. Darüber berichtete RÚV.

Freyja Reyk

Das neue isländische Küstenwachschiff Freyja in Reykjavík. Foto Landhelgisgæslan Íslands

„Freyja“ wurde 2010 in Südkorea für die Offshore-Industrie gebaut und zuletzt in Rotterdam für die Zwecke der isländischen Küstenwache umgebaut. Sie ist 85,80 Meter lang, knapp 20 Meter breit und hat einen Tiefgang von 8.80 Metern. Die beiden Hauptmotoren verfügen über jeweils 6000 Kilowatt. Freyja soll noch mehr Schleppleistung und Rettungskapazität haben als Þór. Das Flaggschiff wurde speziell für die isländische Küstenwache in Chile gebaut und ist noch etwas länger, aber flacher. Es ist seit 2011 im Dienst.

Mehr Schiffsverkehr nördlich von Island

Mit dem neuen Schiff ist die isländische Küstenwache (Landhelgisgæslan) deutlich leistungsfähiger aufgestellt als zuvor. Dies ist offenbar nötig: Immer mehr Schiffe nehmen die Route nördlich um Island, und vor Corona hatte auch die Zahl der Kreuzfahrtschiffe ständig zugenommen. Erstmals soll ein Küstenwachschiff deshalb außerhalb der Hauptstadt stationiert sein. Von Siglufjörður aus, nordwestlich von Akureyri, kann Freyja schnell nördlich und östlich der Insel zu Hilfe eilen, während Þór den Süden und Westen bedient. Nach einem Antrittsbesuch im neuen Heimathafen ist Freyja ebenfalls nach Reykjavík gefahren, um dort die Computerausstattung zu vervollständigen und Ausrüstung vom Vorgänger Týr zu übernehmen.

Die beiden alten isländischen Küstenwachschiffe Týr und Ægir sind besondere Zeitzeugen: Ægir war an zwei Kabeljaukriegen gegen Großbritannien beteiligt, Týr am zweiten.  Ægir ist vergangenes Jahr ausgemustert und verkauft worden.

Einsatz im unzugänglichen Fjord

Fischereiüberwachung, Kontrolle des Seeverkehrs und der Einsatz im Notfall sind die typischen Aufgaben der Küstenwache. Das muss nicht immer ein Unglück auf See sein:  So kam Þór im Januar 2020 zur Unterstützung nach Flateyri, als der Ort teilweise von Lawinen zerstört wurde. In den abgelegenen Fjorden ist der Landweg bei schlechtem Wetter oft nicht passierbar. Nach einem anderen Unwetter mit Stromausfällen diente Þór einem Hafenort als Generator, bis die Schäden beseitigt waren. Die Küstenwache hat aber auch so traurige und unangenehme Aufgaben wie tote, gestrandete Wale hinaus aufs Meer zu bringen, was doch immer wieder vorkommt.

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