Umstrittene Kupfergrube am Repparfjord: Aurubis löst Vertrag auf

Hammerfest (Norwegen). Vor einem Jahr schloss der deutsche Kupferriese Aurubis eine Absichtserklärung über Lieferungen mit Nussir ab. Nussir plant die erste CO2-freie Kupfergrube am Repparfjord in Nordnorwegen. Doch gegen das Projekt gibt es heftige Proteste – und nun hat Aurubis eine Auflösung dieser Erklärung veranlasst.

Repparfjord 2021. Foto Jannicke Totland/ Natur og Ungdom, CC BY-ND 2.0

Aurubis zog sich zurück, nachdem bei der „turnusmäßigen Überprüfung der Due Diligence“ das Projekt nicht mehr komplett ihren Nachhaltigkeitskriterien entsprach. In der offiziellen Pressemitteilung wird dazu nur mitgeteilt, dass „auch bestimmte soziale Aspekte des Projekts noch stärker berücksichtigt werden müssen“. Näher werden die Kritikpunkte nicht ausgeführt. Zu NRK sagte Aurubis-Geschäftsführer Michael Hellmann außerdem, dass das Projekt zu lange dauere. Hellmann schließt allerdings nicht aus, dass es später doch zu einer Zusammenarbeit kommen könnte. Nussir-Geschäftsführer Øystein Rushfeldt bedauert zwar den Schritt, sieht aber keine Probleme darin, das Kupfer zukünftig gut zu verkaufen.

Aktivisten campen seit drei Monaten am Repparfjord

Seit zwei Monaten campieren Aktivisten am Repparfjord, und bisher gelang es ihnen, mit Blockaden den Baustart zu verhindern. Der Protest dürfte auch Aurubis nicht entgangen sein. Schließlich hatte selbst Greta Thunberg mit ihrer riesigen Reichweite die Protestaktionen unterstützt.

Gegen die Grube wird aus zwei Gründen protestiert: Zum einen nimmt der Bergbau den örtlichen Rentierhaltern Flächen weg. Zum anderen soll der Abraum der Grube in den Fjord gekippt werden, was sich negativ auf die Wasserqualität und die Fische auswirken würde.  Gegen das Projekt am Repparfjord kämpfen Naturschützer, samische Aktivistinnen wie Mari Boine und Ella Marie Isaksen Hætta sowie Fischer. Gleichzeitig betonen andere, wie wichtig Kupfer für die Umstellung für neue Technologien und erneuerbare Energien ist – Bellona-Gründer Frederik Hauge beispielsweise findet die Grube mit ihrem Konzept akzeptabel, weil das Kupfer benötigt werde.

„Sorgsamer mit Rohstoffen umgehen und wiederverwerten“

Zu denen, die dort campen und die Proteste unterstützen, gehört die norwegische Jugend-Naturschutz-Organisation Natur og Ungdom. In einem langen Beitrag erklärt die Vorsitzende Therese Hugstmyr Woie, warum die Organisation um diesen Fjord kämpft. Zum Kupferbedarf heißt es in dem Text, es sei wichtig, sorgsamer mit Rohstoffen umzugehen, langlebigere Produkte herzustellen und das Material so gut wie möglich wiederzuverwerten. In Norwegen würden fast 30 Kilogramm Elektronik pro Person und Jahr weggeworfen. Die Entscheidung von Aurubis bestärkt die Aktivisten in ihrem Protest.

 

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