Spitzbergen-Ren frisst im Notfall auch Tang

Spitzbergen. Das Spitzbergen-Ren hat offenbar eine Weg gefunden, auch bei schwierigen Wetterverhältnissen im Winter Nahrung aufzunehmen. Beobachtungen von Forschern zeigen, das die Tiere vermehrt Tang fressen, wenn ihr normales Futter zu stark vereist ist. Ein entsprechender Artikel wurde gerade in Ecosphere veröffentlicht.

Spitzbergen-Ren

Das Spitzbergen-Ren nimmt im Notfall auch maritime Kost. Foto Thomas Christiansen

Das Spitzbergen-Ren, norwegisch Svalbardrein, ist eine Unterart, die nur auf Spitzbergen zuhause ist und sich auch deutlich von den Verwandten auf den Festland unterscheidet: Es ist deutlich kleiner und leichter. Als Pflanzenfresser auf Spitzbergen zu überleben ist hart – schließlich lag zumindest früher bis zu neun Monate lang Schnee. Eine im Sommer angefressene Speckschicht hilft dabei.  Rentiere können zwar gut Futter unter dem Schnee hervor graben, aber nicht unter einer Eisschicht, etwa nach Regen, der auf dem Schnee gefriert. Dies kommt im Zuge der Klimaveränderung auf Spitzbergen aber immer häufiger vor. Dazu kommt, dass es im Westen Spitzbergens immer schwieriger wird, von Gebieten mit schlechtem Nahrungsangebot in andere zu gelangen, da es auch immer weniger Meereis gibt. Um Kräfte zu sparen, wandern Spitzbergen-Rentiere normalerweise nicht sehr weit.

Tang ist genug da, bleibt aber zweite Wahl

Dass Rentiere im Notfall auch Tang fressen, war zuvor schon beobachtet worden. Auch die Schafe von den Orkneys greifen offenbar zu dieser Kost, wenn es keine Alternative gibt. Das Team um Brage Bremset Hansen von der Universität Trondheim wollte es genauer wissen und sammelte in den Wintern von 2006 bis 2015 Ren-Kot am Ufer und im Inland, um verschiedenen Gruppen vergleichen zu können. Das Ergebnis zeigte, dass die Tiere, die ohnehin nahe des Ufers lebten, bei vereister Hauptnahrung tatsächlich eher zu Tang griffen. So richtig mögen sie sich aber wohl nicht daran gewohnen, obwohl es jedes Jahr genug Tang gäbe. Es wurde allerdings unter den Tang-Fressern auch vermehrt Durchfall beobachtet.

Mehr zu Spitzbergen:

Dieser Beitrag wurde unter Biologie, Norwegen, Spitzbergen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.