Spitzbergen: Eisbär verletzt Touristin – Bär getötet

Spitzbergen (Norwegen). Eine französische Touristin wurde gestern auf Spitzbergen von einem Eisbären verletzt. Sie gehörte zu einer Gruppe, die in Sveasletta an einem nördlichen Nebenarm des Isfjord zeltete. Der Bär wurde zunächst mit Schüssen aus dem Lager verjagt und später aufgrund seiner Verletzungen getötet. Darüber berichtete unter anderem Svalbardposten.

eisbärenschild

Eisbären können überall auf Spitzbergen sein. Foto Thomas Christiansen

Die Dienststelle des Sysselmester in Longyearbyen wurde gegen 8.30 Uhr morgens informiert und rückte mit dem Helikopter aus. Die Touristin wurde ins Krankenhaus in Longyearbyen gebracht. Sie hat Verletzungen am Arm, aber nicht lebensgefährlich.

Die Polizei und der Natur- und Artenbeauftragte suchten nach dem angeschossenen Eisbären und fanden ihn schwer verletzt. Deshalb wurde letztlich entschieden, ihn zu töten. Er wurde zur näheren Untersuchung nach Longyearbyen gebracht. Wie alle Zwischenfälle mit Eisbären wird der Fall von der Polizei untersucht und die Beteiligten und Zeugen werden befragt.

Es war bekannt, dass sich mindestens ein Eisbär in der Gegend befindet. Erst vergangene Woche hatte der Sysselmester ein Zeltlager im Ekmanfjord evakuieren lassen. Ein Eisbär hatte das Essenszelt gefunden und sich auch durch Signalschüsse nicht verjagen lassen. Diese Stelle ist nur etwas weiter nördlich von Sveasletta. Die Gruppe wurde gelobt, da sie sich genau nach Vorschrift verhalten habe, dem Bär geschah nichts.

Immer wieder Konflikte mit Eisbären

Zwischenfälle mit Eisbären auf Spitzbergen gibt es immer wieder. Im März 2021 wurde ein Mann in der Mohnbukta angegriffen und erschoss den Bären. Der Mann und sein Arbeitskollege waren auf Schneemobilen unterwegs gewesen mit dem Auftrag, dort die Eisdicke zu messen. Im August 2020 wurde ein Mann auf dem Campingplatz in Longyearbyen in seinem Zelt von einem Eisbären getötet. Der Bär wurde erschossen. Der Campingplatz ist inzwischen mit einem elektrischen Zaun versehen und auch mit Hunden bewacht.

Fast kein Eis mehr um Spitzbergen herum

Eis um Spitzbergen

Nur noch sehr wenig Eis um Spitzbergen. Karte Istjenesten

Die Eisbären von Spitzbergen haben zurzeit keine andere Möglichkeit als das Land, wo es wenig Nahrung für sie gibt. Die gesamte Inselgruppe ist nach den aktuellen Karten fast eisfrei, es gibt nur noch wenige Reste. Das arktische Meereis ist weit entfernt. Nach jüngster Messung des norwegischen Eisdienstes ist die aktuelle Eisfläche um Spitzbergen fast 70 000 Quadratkilometer unter dem Durchschnittswert von 1991-2020 für diese Zeit. Das Eis schmilzt noch bis ungefähr Mitte September. 

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