Sieg für Kommune vor Gericht: Keine Parkgebühren am Nordkap

Nordkapp (Norwegen). In früheren Jahren zahlten Besucher viel Geld, um das Nordkap-Plateau besuchen zu dürfen – jedenfalls, wenn sie mit dem Auto kamen. Die Kommune Nordkapp hatte jedoch dem Anlagenbetreiber Scandic im Dezember 2020 verboten, weiter Geld für bloßes Parken dort zu kassieren. Damit hatte die Kommune recht, bestätigte nun Vestre Finnmark Tingrett. Darüber berichtete NRK.

Nordkap

Nordkap. Foto Caroline Maybach, CC BY-SA 3.0

Das Nordkap (norwegisch Nordkapp) mit seiner markanten Felsformation, 307 Meter über dem Meer, ist eines der bekanntesten und begehrtesten Touristenziele in Norwegen überhaupt. Das Foto vor dem Globus ist für viele Nordnorwegen-Reisende einfach ein Muss. Und dafür nahm man eben auch den hohen Eintrittspreis in Kauf. In der früheren Praxis waren die Parkgebühren praktisch gleichzeitig die Eintrittsgebühren auf das Gelände und zu den Gebäuden. Fußgänger und Radfahrer hatten freien Eintritt.

Gut gelebt hat davon seit 2014 die Hotelkette Scandic, die das Gelände von Nordkapp ANS (Rica Eiendom) gepachtet hat, die wiederum einen Vertrag mit der staatseigenen Institution Finnmarkseiendomen hat, dem heutigen Eigentümer. Die frühere politische Mehrheit in der Kommune hatte es durch eine gesetzliche Regelung möglich gemacht, dass Rica/Scandic diese Park-/Eintrittsgebühren erheben durfte.

Diskussion ums Nordkap schon seit Jahren

Im Zuge der anstehenden Vertragsverlängerung wurden viele Optionen diskutiert – vor allem, wie die Kommune besser an den Einnahmen auf dem Nordkap-Plateau teilhaben könnte. Letztlich wurde der Vertrag verlängert, wenn auch nicht mehr zu denselben Konditionen. Das kostete die Arbeiderpartiet bei der Kommunalwahl im Herbst 2019 die Hälfte ihrer früheren Stimmen und das Bürgermeisteramt. Zu denen, die schon lange gegen die Praxis auf dem Nordkap-Plateau kämpfen, gehört der Verband Norsk Friluftsliv, der darin einen Verstoß gegen das Jedermannsrecht (Allemannsrett) sah.

Scandic vs. Kommune Nordkapp

Die neue politische Mehrheit der Kommune Nordkapp wollte nicht unterstützen, dass Scandic allein für Parken und Foto am Globus Geld verlangt. Es ging hin und her, und auch die Stimmung im Ort litt darunter. Das vorläufige Ende der Geschichte: Im Dezember 2020 drohte die Kommune mit Strafzahlungen, wenn Scandic weiter Geld für das Parken verlangt. Seitdem verzichtet Scandic auf Parkgebühren und verkauft lediglich Eintrittskarten, die zur Nutzung der Gebäude berechtigen. Scandic wollte die Frage allerdings vor Gericht geprüft wissen. Die Antwort liegt nun vor: Vestre Finnmark Tingrett gab der Kommune recht. Besucher können diesen Sommer weiterhin darüber freuen, dass Parken und draußen Gucken gratis ist. Um die Nordkaphalle mit Film und Ausstellungen zu besuchen, ist jedoch weiter eine Eintrittskarte erforderlich. Ob Scandic damit in die nächste Instanz geht, ist noch unklar.

Früherer Artikel zum Thema: Nordkap-Profite bleiben privat

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