Schweden will sich für Olympische Winterspiele 2026 bewerben

Schweden. Die schwedische Regierung unterstützt die Bewerbung von Stockholm/ Åre für die Olympischen Winterspiele 2026 und stellt die notwendige Garantie. Diese Entscheidung fiel gestern.  Gegenkandidat ist das italienische Milano mit Cortina d’Ampezzo. Die Entscheidung fällt am 24. Juni.

Stockholm

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Nach dem bisher vorliegenden Konzept des Schwedischen Olympischen Kommittees (SOK) soll möglichst wenig neu gebaut werden. Deshalb werden die Austragungsorte für die einzelnen Disziplinen ziemlich verstreut liegen – neben Stockholm (Stadien) und Åre (Alpin, Freestyle, Snowboard) auch Falun (Skispringen, Nordische Kombination) und Sigulda in Lettland (Bob, Skeleton). Lettland wurde mit ins Boot geholt, weil es über die entsprechenden Profi-Bahnen verfügt, die es in Schweden nicht gibt. Es sei nicht nachhaltig, eine solche Anlage nur für 17 Tage zu bauen, heißt es vom SOK. Neu gebaut werden soll lediglich ein Skistadion in Stockholm, das dann aber auch nach den Spielen gefragt wäre. Schweden hatte noch nie Olympische Winterspiele. Die Bewerbung beinhaltet auch die Paralympics.

Olympische Winterspiele: Befürworter und Gegner

Großereignisse wie die Olympischen Spiele sind in den vergangenen Jahren zunehmend unbeliebt geworden bei den Menschen vor Ort – man erinnere sich an das Referendum zu Olympia 2024 in Hamburg und Kiel, bei dem die Hamburger mehrheitlich dagegen stimmten. Auch im durchaus wintersportbegeisterten Schweden herrscht teilweise Skepsis. Das Meinungsforschungsinstitut Novus hat 1059 Menschen dazu befragt. Davon waren 46 Prozent für die Spiele im eigenen Land, 35 Prozent dagegen und 18 Prozent unentschieden, meldet SVT. Vor allem jüngere Menschen unter 29 hätten die Spiele gerne. In Stockholm selbst sind 41 Prozent dafür und genauso viele dagegen. In der nicht repräsentativen Online-Umfrage auf der Internetseite von SVT dominierte gestern aber die Nein-Fraktion mit 55 Prozent.

Nur noch Stockholm und Milano in der Endrunde

Stockholms politische Führung, seit den jüngsten Wahlen eine Fünf-Parteien-Koalition aus Konservativen, Liberalen und der Umweltpartei hatte die Spiele anfangs abgelehnt, dann aber doch eine Tür dafür offengelassen. Gestern hieß es gegenüber SVT, man sehe die Spiele positiv, könne allerdings weder mit Personal noch mit dem Geld der Steuerzahler dazu beitragen und auch keine formelle Verantwortung übernehmen. Neben Milano und Stockholm plante auch Calgary eine Bewerbung, stieg aber Ende vergangenen Jahres aus.

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