Schweden: Geld vom Staat für Kommunen mit Windkraft

Piteå (Schweden). Schwedens Windkraftkommunen erwarten in den kommenden Wochen einen Geldregen. Um die Bereitschaft zum Ausbau der Stromerzeugung zu fördern, hatte die Regierung Summen in Aussicht gestellt, die der Grundsteuer entsprechen – die bisher an den Staat geht. Am meisten hat dabei die Kommune Piteå zu erwarten, auf deren Gebiet der Windpark Markbygden mit bisher knapp 600 Anlagen steht. Darüber berichtete unter anderem SVT.

Windkraftanlagen am Horizont

Blick auf Markbygden vom Berg Kalahatten aus

Hintergrund der Zahlungsbereitschaft ist die Tatsache, dass der Ausbau landbasierter Windkraft nur noch langsam vorangeht. Kommunen lehnen Projekte ab, weil sie davon „nichts haben“ – außer Schäden in der Natur.  Die schwedische Regierung setzt in ihrer Klimapolitik primär auf Elektrifizierung mit fossilfrei erzeugtem Strom. Ein zentrales Wahlversprechen war deshalb „mehr Atomkraft“, doch das geht nicht so schnell. Gefördert werden deshalb, zumindest drei Jahre lang, auch andere Arten der Stromerzeugung – 2025 sollte die Windkraftunterstützung zum ersten Mal ausbezahlt werden. 340 Millionen SEK, umgerechnet 31,5 Millionen Euro sollten verteilt werden, was dann allerdings nicht passierte. Doch nun sollen sie bis Ende des Monats ausbezahlt werden, meldete die Energiebehörde. 43,4 Millionen SEK sollen dabei allein nach Piteå gehen. Das Geld für 2026, insgesamt 370 Millionen SEK (34,3 Millionen Euro) soll dann bis Ende April fließen. Davon soll Piteå 46 Millionen SEK bekommen. 

Versprochen für drei Jahre, keine langfristige Lösung

Die Summe wird nach den fertig installierten Windkraftanlagen der jeweiligen Kommune berechnet und beträgt ungefähr 20 000 SEK pro Megawatt. Das entspricht ungefähr dem, was der Staat bisher an Grundsteuer von den Windkraftbetreibern kassiert. Bisher hat die Regierung diese Windkraft-Unterstützung nur für 2025, 2026 und 2027 versprochen. Piteås Kommunalrat Patric Lundström hätte lieber eine dauerhafte Lösung, aber die liegt bisher nicht vor. Mit dem Geld sollen Schulen saniert werden. Im Herbst 2026 wird in Schweden wieder gewählt. 

Megaprojekt Markbygden

Der Windpark Markbygden steht nicht direkt an der Küste, sondern im dünn besiedelten Inland, das allerdings traditionell von Rentieren genutzt wird. Die Anlagen verteilen sich über eine große Fläche. Das Gesamtkonzept „Markbygden 1001“ wurde einst von Svevind in mehreren Abschnitten geplant. Der Bau zog sich hin. Aber heute stehen knapp 600 Windkraftanlagen, die verschiedenen Eignern gehören.

Chinesischer Staatskonzern nicht mehr Eigner von Markbygden ETT

Eine Zeit lang gehörte auch der chinesische Staatskonzern CGN dazu. Doch der machte damit nur Verluste und konnte seinen ungünstigen Liefervertrag mit dem Großkunden Norsk Hydro nicht erfüllen. Die CGN-Tochterfirma ging in Rekonstruktion und musste verkaufen. Der Abschnitt Markbygden ETT mit 179 Anlagen gehört heute der niederländischen Stichting North Pole Holding, die nach den Recherchen von Aftonbladet aber auch nur verkaufen will. 

Militär blockiert Ausbau mit höheren Anlagen

Der Abschnitt Hästliden steht noch gar nicht. 105 Anlagen sind genehmigt. Die norwegische Statkraft, Eigner seit 2023, würde dort gerne weniger, aber höhere Anlagen aufstellen, wie sie inzwischen technisch möglich sind. Das hat wiederum das Militär abgelehnt. Die Entscheidung darüber liegt nun schon seit längerem bei der Regierung.

Es gab auch mehrere Interessenten, die Offshore-Windparks bauen wollten. Die meisten davon hat die Regierung auf Wunsch des Militärs abgelehnt.

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