Rentiere versus Grube im Arm von Finnland

Enontekiö (Finnland). Kupfer, Kobalt und Nickel sind heutzutage gefragte Materialien. Eine Prospektierungsfirma hat sich Gelände bei Hietakero für genauere Untersuchungen reservieren lassen. Dagegen gibt es Protest: Die Samen glauben nicht an eine Koexistenz von Bergbau und Rentierhaltung. 37 200 Unterschriften einer Online-Petition wurden nun an die finnische Umweltministerin Krista Mikkonen übergeben. Das meldeten Yle und der Barents Observer.

Saana

Der Berg Saana bei Kilpisjärvi ist der bekannteste im Käsivarsi.

 Käsivarsi ist die Region, die auf der Karte aussieht wie ein Arm am finnischen Staatsgebiet – und das bedeutet auch der finnische Name. Das Gebiet zur norwegischen Grenze hin ist wegloses Land, bis auf die Straße von Hetta nach Kautokeino in der Finnmark, Norwegen. Das Gebiet Hietakero liegt nördlich von Kaaresuvanto. Für die Samen der Region ist es traditionelles Rentier-Weideland.

Vor vier Jahren hatte die finnische Geologiebehörde das Gebiet um möglicherweise interessante Vorkommen untersucht. Das Ergebnis war interessant genug für Akkerman Finland Oy, Tochter einer niederländischen Firma, eine Reservierung zu beantragen. Diese gilt seit Mai. Für die betroffenen Rentierhalter war das ein Schock. Rentierhaltung ist nicht nur ein Job, sondern eine Lebensweise, die Basis der samischen Kultur. Es gibt im Norden genug Beispiele dafür, wie Gruben das Gelände verändern und die Möglichkeiten für die Rentiere beschneiden. In Kallak, Schweden, wird deshalb erbittert gegen die Betriebsgenehmigung gekämpft, alles wartet nun auf die Entscheidung der Regierung. In Kvalsund, Norwegen, wurde eine solche Genehmigung bereits erteilt, trotz aller Proteste.  Denn es geht auch um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Und, so ist häufig die Argumentation: Es sei doch besser, die dringend benötigten Metalle würden unter den hohen Umweltauflagen der nordischen Länder abgebaut und nicht bei zweifelhaften Akteuren, von denen es viele gibt.

Noch weitere Untersuchungen nötig

Die „Reservierung“ ist erst der erste Schritt eines Genehmigungsverfahrens. Gegenüber dem Barents Observer sagte der Firmenchef von Akkerman Finland Oy, vor einer Entscheidung müsse man noch viel mehr untersuchen. Und man sei an der Meinung der Lokalbevölkerung interessiert. Doch die samischen Familien fürchten bereits um ihre Lebensgrundlage.  Denn der Platz im scheinbar endlos weiten Norden ist durchaus endlich. Sie hoffen, dass 37 200 Unterschriften eine ausreichend starke Unterstützung für ihr Anliegen sind.

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