Regierung greift in Arbeitskampf ein – Aussperrung und Streik beendet

Norwegen/Schweden. Streik und Aussperrung im Arbeitskampf der norwegischen Flugtechniker sind beendet. Die norwegische Regierung hat eingegriffen, weil ohne die Krankenflieger Gefahr für Leib und Leben drohte. Doch nun droht ein Streik der SAS-Piloten in ganz Skandinavien.

Krankenflugzeug, Norwegen

Die norwegische Flugtechniker-Gewerkschaft hatte immer mehr Mitglieder in den Streik geschickt – am Samstag, 25. Juni, waren es laut NRK 145 Personen. Der Arbeitgeberverband reagierte darauf mit einer Aussperrung sämtlicher 450 Mitglieder ab Sonntag. Eine Ausnahme für die Servicetechniker der Krankenflieger (Luftambulans) wurde nicht gewährt. Damit hätten die Krankenflugzeuge, auf die insbesondere Nordnorwegen und Spitzbergen angewiesen sind, im Laufe des Dienstags am Boden bleiben müssen, weil sie nicht mehr gewartet wurden.

Krankenflüge gesichert

Deshalb hat die Regierung nun in den Arbeitskampf eingegriffen. Krankenwagen und Hubschrauber könnten die Krankenflieger nicht ersetzen. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben. Die Flugtechniker kehrten im Laufe des Tages an ihre Arbeitsplätze zurück. Der Krankentransport ist damit wieder gesichert.

Stark betroffen vom Streik und Aussperrung war Widerøe, die Gesellschaft, die unter anderem das Kurzbahnnetz bedient. Dieses wurde zeitweise komplett eingestellt. Mehr als die Hälfte der Flugzeuge blieb am Boden. Es werde noch dauern, bis der Wartungsstau aufgeholt sei und alle Linien wieder nach Fahrplan bedient würden, so die Vertreterin von Widerøe zu NRK. Wie der bisher unüberbrückbare Abstand zwischen Angebot der Arbeitgeber und Forderung der Arbeitnehmer in der bevorstehenden Schlichtung überwunden werden kann, ist noch unklar.

Jetzt Pilotenstreik bei SAS?

SAS hatte wegen des Flugtechnikerstreiks nur wenige Flüge einstellen müssen. Doch das kann sich ändern, wenn bei den laufenden Tarifverhandlungen der Piloten keine Einigkeit erzielt wird. Die Piloten kritisieren unter anderem, dass SAS Tochtergesellschaften gegründet hat, deren Piloten weniger Geld bekommen und SAS-Routen übernehmen.

In Schwedens zentralem Flughafen Arlanda bei Stockholm droht SAS bereits mit Aussperrung, sollten die Streikankündigungen umgesetzt werden. Arlanda hatte erst vor kurzem Schlagzeilen durch Chaos bei der Abfertigung gemacht – es fehlt an Personal nach den Entlassungen während der Coronazeit.

Update 9.30 Uhr: Die SAS-Verhandlungen sollen bis Freitagabend fortgeführt werden. Vorher kommt es also nicht zu einem Streik.

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