Pleite-Grube in Pajala wieder in Betrieb

Pajala. Nach vier Jahren Stillstand wurde gestern zum ersten Mal wieder gesprengt in der Erzgrube in Kaunisvaara, Kommune Pajala, Nordschweden. Damit ist der offizielle Start unter dem neuen Namen Kaunis Iron erfolgt. Die Region jubelt über die Arbeitsplätze. Darüber berichtete SVT.

Kaunis Iron

Einfahrt zur Grube Kaunis Iron, Kaunisvaara, Pajala

Wie wichtig das Projekt für die Kommune ist, zeigt schon die Tatsache, dass die erste Salve per Großbildschirm im Zentrum von Pajala übertragen wurde und rund 300 Leute gekommen waren, um sich das anzusehen und zu klatschen. Versprochen sind 300 Arbeitsplätze, die Hälfte ist des Personals ist bereits rekrutiert. Nur etwa 40 Leute sind allerdings direkt bei Kaunis Iron angestellt. Fast alle Arbeiten sind an andere Unternehmen vergeben – von Transportarbeiten in der Grube selbst, dem Anreicherungswerk bis zum Schienenverkehr nach Narvik. Für den LKW-Verkehr mit 90-Tonnern bis zur Erzbahn in Svappavaara wurde ein eigenes Unternehmen gegründet.

Die Grube in Pajala hat eine wenig ruhmreiche Geschichte hinter sich: Nach nur zwei Jahren Betrieb unter dem kanadischen Vorbesitzer Northland ging sie in Konkurs – die größte Firmenpleite Schwedens, gemessen am Schuldenberg. Die Grube war die große Hoffnung der 6000-Einwohner-Kommune gewesen, wo es wie in vielen ländlichen Regionen Nordschwedens kaum Arbeitsplätze gibt. Hinter dem neuen Besitzer Kaunis Iron steht eine Reihe von schwedischen Geschäftsleuten und mit Anders Sundström ein ehemaliger Minister. Rund zwei Millionen Tonnen Erzkonzentrat jährlich sollen künftig dort produziert werden. Pajalas Kommunechefin wird bei SVT mit den Worten zitiert, ein Unternehmen mit  300 Arbeitsplätze zu bekommen sei wie ein Lottogewinn.

Erzbahn

Kaunis Iron hat sich wie Northland für den Transport zum eisfreien Hafen Narvik entschieden. Karte mit Hilfe von stepmap

Im Gegensatz zu den großen unterirdischen Gruben in Kiruna und Malmberget wird in Kaunisvaara Tagebau betrieben, was zunächst günstiger ist. Allerdings fehlt Kaunisvaara der direkte Bahnanschluss. Das Erz in Kiruna und Malmberget war der Grund, warum man vor gut 100 Jahren die Bahn zwischen Luleå und Narvik überhaupt gebaut hatte – ohne diese Transportmöglichkeit wäre der Abbau nicht wirtschaftlich gewesen.  Der LKW-Verkehr wird Zusatzkosten nach sich ziehen: Die Straßen nach Svappavaara sind bisher nur teilweise auf 90-Tonnen LKW ausgerichtet – normaler nordschwedischer Straßenverkehr liegt nicht in dieser Gewichtsklasse. Hier muss sich Kaunis Iron am Ausbau beteiligen.

Dass die Grube gestern tatsächlich plangemäß starten konnte, war nach den vergangenen Wochen gar nicht so sicher. Die Naturschutzbehörde hat nämlich Klage gegen die Umweltauflagen bei Gericht eingereicht – sie stammen noch von Northland und hätten sich als nicht ausreichend erwiesen. Hierzu gibt es allerdings noch keine Entscheidung, bei Kaunis Iron rechnet man auch nicht mit einem Stopp aus diesem Grund.

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