Piloten machen Ausnahme für Spitzbergen – auch „Mein Schiff 3“ half

Spitzbergen (Norwegen). Es gibt ein bisschen Licht am Ende des Tunnels für die Reisenden, die aufgrund des SAS-Pilotenstreiks auf Spitzbergen hängengeblieben sind. Ein Teil konnte in freien Kabinen des Kreuzfahrers Mein Schiff 3 auf dem Seeweg den Weg nach Süden antreten. Außerdem machen die Piloten nun eine Ausnahme für Spitzbergen und die Insel wird zumindest diese Woche wieder bedient. Darüber berichteten NRK und Svalbardposten.

Mein SChiff 3

Mein Schiff 3, hier in Kiel. Foto HenSti/ Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Selten war ein Kreuzfahrtschiff wohl so willkommen in Longyearbyen. Die deutsche „Mein Schiff 3“ kam am Wochenende nach Spitzbergen. Weil es noch 80 freie Kabinen an Bord gab, durften gestrandete Touristen und Inselbewohner, die zum Festland wollten, diese nutzen. Vermittelt hat das Hurtigruten Svalbard, TUIs Partner für Landausflüge.  Laut TUI-Pressesprecherin sind 120 Personen am Sonntagabend in Longyearbyen neu an Bord gegangen, darunter auch Kinder. Den Zugestiegenen wird ein Preis von 100 Euro pro Tag berechnet, Verpflegung inklusive. Der Seeweg mit dem Kreuzfahrer kostet Zeit: Heute wird erstmal Honningsvåg angelaufen, morgen Tromsø. Laut Facebook wollen aber einige sogar bis Bremerhaven mitfahren. wo die Reise am 17. Juli enden soll. Doch immerhin haben diese nicht mehr das Problem, noch einen Sitzplatz im Flugzeug ergattern zu müssen.

Chaos bei der Vergabe der neuen Flugtickets

Für die übrigen Gestrandeten gibt es inzwischen auch Hoffnung: Am Sonntagabend akzepierte die SAS Pilot Group, die Vereinigung der vier nordischen Pilotengewerkschaften, Spitzbergen als Ausnahme. Die ganze Woche lang sollen die Flüge planmäßig gehen. Am Wochenende hatten die streikenden Piloten ausnahmsweise Touristen aus dem Süden zurückgeholt, dies aber wieder eingestellt, weil dies nicht wie mit SAS vereinbart gelaufen sei.

Die neue Option hat zunächst Chaos geschaffen, wie Svalbardposten berichtet, da die freien Tickets nach dem Windhundprinzip vergeben wurden: Nur wer schnell genug war, hatte eine Chance. Das erste Flugzeug ging gestern.

Spitzbergen vom Flugverkehr abhängig – Krise auch in Nordnorwegen

Zur Entscheidung der Piloten für Spitzbergen dürfte beigetragen haben, dass es nicht nur um gestrandete Touristen ging, sondern unter anderem auch um medizinisches Personal, das auf dem Festland festsaß und auf Spitzbergen dringend gebraucht wurde.

Die Personalsituation ist aber auch in den nordnorwegischen Krankenhäusern auf dem Festland kritisch, berichtet NRK. Der Streik und damit die Schwierigkeit, Vertretungspersonal aus anderen Landesteilen in den Norden zu schaffen, verstärkt noch die Probleme, die aufgrund von Corona und ohnehin zu wenige Personal sowieso schon herrschen.

Gestern Abend wurden neue Verhandlungen zwischen SAS und den Piloten angekündigt. Sie sollen nach aktuellem Stand morgen beginnen.

Früherer Artikel zum Thema: Endstation Spitzbergen: Wenn der Flieger zurück nicht geht

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