Endstation Spitzbergen: Wenn der Flieger zurück nicht geht

Spitzbergen (Norwegen). Erst drohte die Aussperrung der Flugzeugmechaniker Spitzbergen in die Krise zu stürzen. Jetzt macht der Streik der SAS-Piloten spürbar, wie abgelegen die arktische Insel ist. Zahlreiche Urlauber sitzen dort fest. Darüber berichtete NRK.

Flughafen Longyearbyen

Flughafen Longyearbyen, Spitzbergen. Archivfoto Thomas Christiansen

Rund 30 000 Passagiere täglich sind aktuell vom Streik der SAS-Piloten betroffen. Wer gar nicht erst in den Urlaub starten kann, hat gewissermaßen noch Glück, denn diejenigen, die am Urlaubsziel festhängen und nicht nach Hause kommen, haben die größeren Probleme. So wie die auf Spitzbergen, wo man sich auch nicht einfach ins Auto, Bus oder Zug setzen kann. Mit SAS füllt die Hälfte der Flug-Kapazität weg. Die einzige andere Fluglinie, die dort regulär verkehrt, Norwegian, ist komplett ausgebucht. Die Versorgung kommt zwar per Schiff – diese sind aber nicht auf Passagiere eingestellt. Und die Fahrt dauert mindestens 24 Stunden.

Neben den Urlaubern, die nun auf Spitzbergen festhängen, gibt es auch die Inselbewohner, die nicht zu geplanten Terminen aufs Festland kommen. Das gilt beispielsweise für Arztbesuche bei Spezialisten, die es in dem kleinen Krankenhaus in Longyearbyen nicht gibt. Die regulären Krankenflieger sind wieder im Einsatz, doch diese sind normalerweise Notfällen vorbehalten. Laut NRK konnte eine krebskranke Frau, die zur Behandlung nach Tromsø musste, bei einem der Charterflugzeuge mitfliegen, die die Insel zurzeit ebenfalls ansteuern. Doch diese sind in der Regel ebenfalls voll und lassen sich nicht einfach buchen.

Streik-Ausnahme, um Urlauber zurückzuholen?

Gestern erklärten die streikenden Piloten, sie seien bereit, Urlauber von abgelegenen Zielen abzuholen – mit leeren Maschinen. Voraussichtlich geht SAS darauf sogar ein, meldet Aftonbladet.  Es ist aber unklar,  ob Spitzbergen auch zu diesen Zielen gehört. Als Folge des Streiks und des Flugausfalls ist inzwischen zumindest in Norwegen das Bordpersonal freigestellt worden, meldet Dagbladet.

SAS hat inzwischen in den USA Insolvenz beantragt, nach Kapitel 11 des dortigen Konkursrechts. Laut SZ hat dies Vorteile für die Gesellschaft gegenüber dem europäischen Insolvenzrecht, weil dort eher der Fortbestand des Unternehmens das Ziel ist als die Interessen der Gläubiger. Größte Anteilseigner sind aktuell der dänische und der schwedische Staat mit jeweils 21,8 Prozent.

Früherer Artikel zum Thema: Schweden, Norwegen, Dänemark: SAS-Piloten im Streik

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