Ostsee: Die Bottenwiek und Kvarken sind jetzt zugefroren

Schweden/Finnland. Das kalte, aber ruhige Wetter im Norden hat das Eis auf der Ostsee wieder verstärkt wachsen lassen: Die Bottenwiek und Kvarken sind nun komplett zugefroren. Das zeigen die Eiskarten von SMHI und FMI. Acht Eisbrecher sind jetzt allein dort aktiv, auch im Finnischen Meerbusen und vor Estland sind nun welche eingesetzt. Im Schärengarten vor Luleå sind inzwischen sämtliche offiziellen Eisstraßen zu den Inseln befahrbar. 

Eiskarte 30. Januar 2026 von SMHI und FMI, nördlicher Teil. Komplette aktuelle Eiskarte jeweils hier. 

Während der Winter 2024/2025 von „Jojo-Wetter“ mit vielen warmen Phasen geprägt war, fiel zumindest der Januar 2026 vergleichsweise kalt aus. Das zeigt sich nun auch beim Eis auf der Ostsee. Der staateigene finnische Eisbrecherdienst Arctia hat mit Polaris nun seinen neuesten und stärksten Eisbrecher in die Bottenwiek geschickt. Auf der finnischen Seite der Bottenwiek inklusive Kvarken sind damit fünf Eisbrecher im Einsatz, um Frachtschiffe zu den Häfen zu geleiten, auf der schwedischen Seite drei. Noch handelt es sich teilweise um dünnes Eis, auf der Karte hellrosa, das bei einem Sturm aufbrechen würde. Doch das Hoch über Finnland, das für die aktuelle Wetterlage im Norden verantwortlich ist, wird sich nach den Prognosen noch länger halten, und es ist damit zu rechnen, dass das Eis dicker wird und noch mehr Gebiete zufrieren. Schwedens kleinster Eisbrecher Ale bricht inzwischen im Vänern Eis.

Eis auch im Finnischen Meerbusen

Während Finnland im vergangenen Winter überhaupt keine großen Eisbrecher im Finnischen Meerbusen einsetzen musste, hat Arctia nun Kontio dorthin geschickt – einen der größeren, bisher meist in der Bottenwiek aktiv. Der östliche Teil des Finnischen Meerbusens ist schon komplett eisbedeckt. 

Eis als Infrastruktur an der Küste

Auf dem Eis vor Luleå

Für die Küstenbewohner an der nördlichen Ostsee ist das stabile Eis im Winter ein Teil der Infrastruktur. Das Schneemobil ist das Allround-Verkehrsmittel, mit dem man leicht übers verschneite Eis kommt. Vor Luleå gibt es außerdem mehrere offizielle Eisstraßen, über die man mit dem Auto hinaus zu den bewohnten Inseln im Schärengarten fahren kann. Die Eisstraßen werden von Schnee geräumt und der Zustand überwacht. Sie sind  inzwischen alle geöffnet, und zurzeit ist das Eis so dick, dass sie sogar für Fahrzeuge bis 10 bzw. 12 Tonnen zugelassen sind. Wer auf einer Insel wohnt oder dort eine Hütte hat, nutzt gerne diese Zeit, um Baumaterial und andere große/schwere Gegenstände dorthin zu transportieren, da das viel einfacher ist als mit dem Boot. 

Freizeitvergnügen auf dem Eis

Das Eis ermöglicht den Küstenbewohnern auch Freizeitvergnügen. Vor Luleå und Piteå unterhalten die Städte Eisbahnen auf den Natureis, die regelmäßig von Schnee geräumt werden. Man kann dort spazieren gehen, Tretschlitten fahren oder Schlittschuh laufen.

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Kältewelle lässt Eis auf der Ostsee wachsen

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